Elisabeth Bayersdörfer (l) Klassenlehrerin der Klasse 6a am Goethe-Gymnasium in Hamburg-Lurup, spricht zu den Schülerinnen und Schülern am ersten Schultag nach den Ferien.
  • Den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen müsse höchste Priorität eingeräumt werden, gerade weil sie in der Vergangenheit auf viele Freiheiten und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentfaltung hätten verzichten müssen, heißt es in einem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom Freitag.
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Rabe warnt: Neue Schulschließungen wären verheerend

Lange mussten Hamburgs Schüler und Studenten auf ihre Klassen- und Lehrräume verzichten. Monatelang war in den Schulen Fern- oder Wechselunterricht angesagt. Auch an den Unis herrschte kaum Präsenz. Jetzt sind die Ferien im Norden vorbei und die Einrichtungen bemühen sich um eine Rückkehr zur neuen Normalität.

„Präsenzbetrieb ist das Gebot der Stunde“, heißt es in einem Beschluss der Kultusministerkonferenz von Freitag. Heißt: Die Schüler sollen wieder in den Unterricht, die Studenten wieder in die Unis – unter entsprechenden Vorsichts- und Hygienemaßnahmen versteht sich.

Bedürfnisse von Kindern haben „höchste Priorität“

Dank fortgeschrittener Impfquote, die eine Übertragung in die Familie verhindert und der Tatsache, dass die ansteckendere Delta-Variante bei Kindern und Jugendlichen nicht zu schwereren Krankheitsverläufen führt, sei dies möglich. Zudem hätten die fehlenden Bildungsangebote eine große Auswirkung auf die sozial-emotionalen Entwicklung von vielen Kindern und Jugendliche. Schon allein deshalb sei eine Rückkehr zum normalen Schulalltag wichtig.


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Eine konsequente Umsetzung der Infektionsschutz-und Hygienemaßnahmen je nach Infektionsgeschehen, fortlaufende Testangebote, regelmäßiges Lüften und das Einsetzen von mobilen Luftfiltern sollen Schließungen künftig verhindern.

Studenten verfolgen am 09.11.2016 im Helmut Schmidt-Auditorium der Bucerius Law School in Hamburg eine Vorlesung.
Auch der Präsenzbetrieb an den Universitäten soll wieder zum Regelfall werden (Archivbild).

„Den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen (und ihren Familien) muss jetzt höchste Priorität eingeräumt werden, gerade weil sie in der Vergangenheit auf viele Freiheiten und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentfaltung haben verzichten müssen“, heißt es dazu.

Hamburgs Schulsenator warnt: Neue Schulschließungen wären verheerend

Einen Vorstoß, den auch Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) begrüßt. „Im Vergleich zum letzten Schuljahr hat sich die Lage deutlich geändert, sodass Schulschließungen erst als allerletzte Möglichkeit in Erwägung zu ziehen sind (…): Zum einen können sich die Angehörigen jetzt impfen lassen, insofern entfällt die Notwendigkeit einer Schulschließung, um die mögliche Übertragung des Virus in die Familien zu verhindern. Zum anderen hat die Wissenschaft sehr deutlich gemacht welche verheerenden Auswirkungen die Schulschließungen auf die kognitive, aber auch auf die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hatten. (…) Wir fordern daher sehr klar in Zukunft Schulschließungen nur als ultima ratio in Erwägung zu ziehen.“

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Katharina Fegebank
Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Es ist es unser klares Ziel, das Wintersemester an den Hamburger Hochschulen wieder in Präsenz stattfinden zu lassen.“

Auch in den Unis soll der Präsenzbetrieb wieder zum Regelfall werden. Dazu müssten möglichst „viele Studierende überzeugt werden, vom Impfangebot Gebrauch zu machen“, heißt es. Zudem könne der Zugang zu Präsenzveranstaltungen vom Nachweis einer Impfung, einer Genesung beziehungsweise eines negativen Tests abhängig gemacht werden (…).“ Je nach Infektionsgeschehen könne der Schutz durch Masken, Abstand („Schachbrett“ ) und geeignete Lüftungskonzepte verstärkt werden.

„Devise muss lauten: Das Präsenzstudium wird wieder zur Regel!“

„Es ist es unser klares Ziel, das Wintersemester an den Hamburger Hochschulen wieder in Präsenz stattfinden zu lassen. Damit bringen wir das Campusleben endlich Stück für Stück an die Hochschulen zurück – und ermöglichen den Studierenden im wahrsten Sinne wieder mehr Raum für Begegnung und gemeinsames Lernen (…)“, erklärt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. „Nach drei digitalen Semestern sind die psychischen und sozialen Belastungen für viele Studierenden enorm. Da es inzwischen genügend Impfangebote für Erwachsene gibt, muss die Devise deshalb lauten: Das Präsenzstudium wird wieder zur Regel! (…) Das Angebot dezentraler Impfmöglichkeiten – wie direkt auf dem Campus – ist dabei ein weiterer Baustein, den wir derzeit eng mit unseren Hochschulen abstimmen.“

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