• Foto: Marius Roeer

Prozess in Hamburg : Putzfrau gab Einbrechern Tipps – Haftstrafe!

Es geht um sehr viel Geld – und einen gewaltigen Vertrauensbruch. Frührentnerin Katrin K. (45) stand vor Gericht, sie soll an drei Einbrüchen beteiligt gewesen sein. Allein die Beute in einer Wohnung betrug mehr als 220.000 Euro in bar! Die Frau soll von dem Wohlstand des Opfers gewusst haben, weil sie dort als Putzfrau arbeitete. Nun ist das Urteil verkündet worden – sie erwartet eine Haftstrafe.

Seit Mitte Oktober stand die Reinigungskraft zusammen mit zwei Komplizen wegen Einbruchs vor dem Hamburger Landgericht – ihrem Bekannten Dawid W. (41) und ihrem Bruder (42). 

Prozess: Haft für Putzfrau, die Einbrechern Tipps gab

Katrin K. soll an drei Einbrüchen beteiligt sein, bei denen im Jahr 2018 Bargeld und Schmuck im Wert von insgesamt mehr als 260.000 Euro gestohlen wurden. Sie soll als Tippgeberin und Fahrerin beteiligt gewesen sein. 

Vor dem Landgericht gab es am Donnerstag das Urteil. Katrin K. muss wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls in drei Fälle für fünf Jahre in Haft. Ihr Bekannter Dawid W. bekam sieben Jahre und zehn Monate. Ihr Bruder bekam wegen Hehlerei eine Geldstrafe in Höhe von 900 Euro. 

Hamburg: Täter erbeuteten 220.000 Euro aus Tresor

Richtig fette Beute hatte es in der Nacht des 11. August 2018 gegeben. Katrin K. soll den Tipp gegeben haben, dass es in einer Wohnung viel zu holen gebe. Sie arbeitete dort als Putzfrau und kannte sich vor Ort gut aus. Dawid W. (41) soll aus dem Tresor 220.000 Euro sowie Schmuck gestohlen haben, während sie im Fluchtauto wartete und ihn per Handy zum Aufbewahrungsort der Geldscheine lotste. 

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Brutal wurde es am 13. September 2018, als eine Apothekerin (71) am späten Abend zwei Eindringlinge in ihrem Haus überraschte. Die Täter packten sie, brachten sie in den Keller und zwangen die Seniorin, den Tresors zu öffnen. Dann fesselten sie das geschockte Opfer im Schlafzimmer und überschütteten die Frau mit Flüssigkeiten.

Prozess in Hamburg: Einbrecher stahlen auch Rezeptblocks

Die Einbrecher stahlen 2000 Euro, Schmuck und weitere Wertsachen, nahmen auch einen Rezeptblock mit. Laut Staatsanwaltschaft waren die Täter Katrin K., Dawid W. sowie ein unbekannter Komplize. Katrin K. soll im Auto gewartet haben, während die beiden Männer ins Gebäude eindrangen. Rechtlich steht sie als Komplizin auch dann unter dem Verdacht des Einbruchs, wenn sie das Haus nicht persönlich betreten hat.

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Früher an diesem Abend gab es einen weiteren Einbruch in einem Einfamilienhaus in Wellingsbüttel, für die die Angeklagten ebenfalls verantwortlich sein sollen. Die Beute dort: zwei Herrenarmbanduhren.

Angeklagte Putzfrau gestand die Taten

Im Verlaufe des Prozesses hatte Katrin K. die Taten zugegeben und gesagt, dass sie das Geschehen zutiefst bereue. Wege einer schweren Erkrankung sei sie in Geldnöte geraten, hatte sie vor Gericht gesagt. Auch ihr Bruder und ihr Bekannter Dawid W. hätten Geld gebraucht. Und so hätten sie zu dritt den perfiden Plan ausgeheckt, die von Katrin K. in ihrem Job als Putzfrau zuvor ausspionierten Kunden auszurauben.

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