Thomas Klöster (M.) von der Elternkammer mit Charlotte Schmiedel und Jacob Pensky von der Schülerkammer.
  • Thomas Klöster (M.) von der Elternkammer mit Charlotte Schmiedel und Jacob Pensky von der Schülerkammer.
  • Foto: Patrick Sun

Preisschock: Eltern und Schüler wehren sich gegen teures Schulessen

50 Cent mehr für das Schulessen, jeden Tag, für jedes Kind. Für manche Hamburger Eltern ist das viel Geld. Denn seit Februar entfällt der Zuschuss der Stadt für das Mittagessen. Statt 3,50 Euro kostet eine Mahlzeit nun vier Euro. Dagegen wehren sich Schüler:innen und Eltern.

„Viele Schüler:innen können es sich nicht mehr leisten, in der Schule zu essen“, beklagt Charlotte Schmiedel, Vorsitzende der Hamburger Schülerkammer.

„Die Preiserhöhung trifft vor allem Eltern, die seit der Coronazeit auf Kurzarbeitergeld angewiesen sind oder kurz vor der Arbeitslosigkeit stehen“, führt Thomas Köhler von der Elternkammer aus. Gemeinsam fordern Eltern und Schüler:innen: Die Sozialstaffel aus der Grundschule soll auch an weiterführenden Schulen gelten.

Schulessen zu teuer: „Hamburg ist eine reiche Stadt“

Sozialstaffel? Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Je nachdem, wieviel die Eltern verdienen, bezahlen sie einen anteiligen Preis am Schulessen. Grundschulkinder zahlen also reduzierte Preise, wenn ihre Eltern ein geringeres Einkommen haben.


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Wenn diese Kinder nun auf weiterführende Schulen kommen, entfällt der Zuschuss. Und manche Familien können sich das Essen nicht mehr leisten. Thomas Köhler von der Elternkammer erzählt, es gäbe bereits viele Kündigungen vom Schulessen. „Wie kann das sein? Hamburg ist eine reiche Stadt“, schimpft er.

Es sei die erste Erhöhung der Preise seit zehn Jahren, verteidigt die Schulbehörde ihre Entscheidung. Und betont, dass Kinder umsonst essen, deren Eltern Arbeitslosengeld II oder Wohngeld erhalten – in allen Schulformen.

Schulbehörde Hamburg wehrt sich gegen die Kritik

Eine Ausweitung der Sozialstaffelung wie in der Grundschule würde zusätzliche Kosten von rund elf Millionen Euro pro Jahr verursachen, heißt es aus der Schulbehörde. Kosten, die man nicht bereit ist, zu tragen.

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Die Debatte um das Schulessen hat eine Vorgeschichte: Im Hamburger Wahlkampf 2020 gab es bereits Streit um die Preiserhöhungen. Die Schul-Caterer wollten mehr Geld, die Stadt sollte das finanziell abfedern. Zwei Tage vor der Wahl machte Schulsenator Ties Rabe (SPD) den Hamburger Schüler:innen und Eltern ein Wahlgeschenk: Der Preis fürs Essen wurde zwar erhöht, die Differenz trug aber die Stadtkasse. Nun ist dieser Zuschuss ausgelaufen.

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