Solche Armbinden trugen einige Teilnehmer der Corona-Demo in Hamburg.
  • Solche Armbinden trugen einige Teilnehmer der Corona-Demo in Hamburg.
  • Foto: Twitter

„Ungeimpft“-Armbinde bei Hamburger Corona-Demo: Grote kündigt Ermittlungen an

Bei der Corona-Demo in Hamburg, bei der 11.500 Menschen gegen die Pandemie-Regeln der Bundesregierung protestierten, haben einige Teilnehmer „Ungeimpft“-Armbinden getragen – gelb und in Form eines Sterns. Das „Jüdische Forum“ hält die Aktion für antisemitisch. Auch Innensenator Andy Grote (SPD) meldete sich zu Wort.

Ab Ende September 1941 trat in Deutschland ein Gesetz in Kraft, dass alle Juden zum Tragen des „Judensterns“ in der Öffentlichkeit verpflichtete, wie Nazis den gelben Davidstern nur nannten. Ein handtellergroßes Abzeichen, das für die Träger Ausgrenzung, Isolation, Diskriminierung bedeutete. Kurz darauf begann der Massenmord an den Juden.

„Ungeimpft“-Armbinde bei Hamburger Corona-Demo

Einige Teilnehmer der Corona-Demos sehen sich offenbar ähnlich verfolgt wie Juden in Nazi-Deutschland. In den sozialen Medien ernten die Träger Spott und Häme. Die Gleichsetzung empfinden nicht wenige als Beleidigung.


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Twitter-Nutzer richteten aber auch das Wort an den Innensenator. Grote antworte sogar, schrieb: „Die Polizei hat ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Die Gleichsetzung von Ungeimpften mit den Opfern des Nationalsozialismus, die verfolgt, gequält und ermordet wurden, ist unerträglich.“

Andy Grote (SPD), Innensenator, während einer Landespressekonferenz.
Andy Grote (SPD), Innensenator, während einer Landespressekonferenz.

Die Ermittlungen in dem Fall dauern noch an. Den Trägern drohen im Falle einer Verurteilung wegen Volksverhetzung fünf Jahre Gefängnis. (dg)

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