Schüsse Neustadt
  • Polizisten und Kripo Beamte am Tatort am Gorch-Fock-Wall.
  • Foto: Marius Röer

Schüsse in Hamburg – Polizei sperrt City ab – Verbindung zu Rapper-Prozess?

Alarm in der City: Mit einem Großaufgebot sind Polizei und Spezialkräfte am Freitagmittag zum Gorch-Fock-Wall angerückt. Hier waren Schüsse gemeldet worden. Von einem Verletzten, den Zeugen gesehen hatten, fehlt jede Spur. Die Beamten bitten um Hinweise – und haben Teile der Neustadt abgeriegelt. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zu einem Prozess gegen einen Rapper aus dem Dunstkreis der 187 Strassenbande. In einer Verhandlungspause war es im nahen Strafjustizgebäude zu einem Tumult gekommen.

Gegen 11.50 Uhr gingen Notrufe in der Einsatzzentrale der Polizei ein. Anrufer meldeten, dass Schüsse an den Wallanlagen gefallen seien, bei denen eine Person am Bein verletzt worden sein soll. Sofort rückten mehrere Streifenwagen an. Doch ein Opfer konnten die Beamten vor Ort nicht ausmachen. Laut Zeugen sollen mehrere Fahrzeuge mit hohem Tempo geflüchtet sein.

Großeinsatz in Hamburg nach Schüssen auf dem Gorch-Fock-Wall

Die Fahndungsmaßnahmen mit mehr als 20 Streifenwagen und einem Hubschrauber dauern an. Der Gorch-Fock-Wall wurde zwischen Stephansplatz und Jungiusstraße für die polizeilichen Arbeiten am Tatort voll gesperrt. Dazu werden einige Bereiche von Planten un Blomen von Polizisten durchsucht. Ermittler des Landeskriminalamts haben die Ermittlungen zu den Hintergründen und den Beteiligten aufgenommen.

Eine Polizeiwagen hat einen Mercedes gestoppt
An der Amsinckstraße stoppte die Polizei einen Mecedes, dessen Insassen Zeugen der Schießerei sei könnten.

Im Zuge der Fahndung stoppten Polizisten eine Mercedes-Limousine an der Amsinckstraße. Die Insassen, ein Mann und zwei Frauen, mussten mit zur Wache. Das Auto wurde sichergestellt. Laut Polizei soll geprüft werden, ob die Personen Zeugen des Vorfalls sein könnten. 

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Unterdessen werden Gerüchte laut, dass die Schießerei mit einem im nahem Strafjustizgebäude laufenden Prozess zusammenhängen könnte. Die Polizei schließt auf MOPO-Nachfrage einen Zusammenhang nicht aus. Dort standen heute zwei Männer wegen Streitigkeiten im Rappermilieu vor Gericht. Darunter Rapper Kalim S., ein Rapper aus dem Dunstkreis der 187 Strassenbande um Rapper Gzuz. Vor einem Jahr hatte das SEK die Wohnung von Kalim S. in Lohbrügge durchsucht, weil er erneut mit scharfen Waffen und ohne Führerschein am Steuer einer Luxuskarosse erwischt worden war.

In dem Prozess geht es um gefährliche Körperverletzung und versuchten Totschlag. Am heutigen Freitag, dem zweiten Prozesstag, kam es im Gerichtsgebäude zu Tumulten zwischen den Angeklagten und Zuschauern. Justizwachmeister griffen ein. Die alarmierte Polizei führte die Männer aus dem Haus und erteilte Platzverweise. Die Verhandlung war um 11.45 Uhr beendet. Der Hauptangeklagte wurde anschließend aus der Untersuchungshaft entlassen, der Mitangeklagte befand sich bereits auf freiem Fuß. Die Beweislage ist schwierig. Kurz darauf fielen die Schüsse am Gorch-Fock-Wall.

Zeugen, die die Tat beobachtet haben oder Hinweise zu den Beteiligten geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 040/4286-56789 oder an einer Polizeidienststelle zu melden.

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