• Nach einer gewaltsamen Räumung in Berlin riefen linksautonome Gruppen zur Solidaritätsdemo in Hamburg auf.
  • Foto: Blaulicht-News

Nach Räumung in Berlin: Antifa-Demo mitten in Hamburg

Nach der Räumung des linksautonomen Wagencamps „Köpi“ im Berliner Bezirk Mitte haben sich nach Polizeiangaben etwa 500 Demonstranten am Freitagabend in der Sternschanze zu einer Solidaritätsdemo versammelt. Die Beamten rückten mit einem Großaufgebot an.

Begleitet von Bengalofeuer und knallenden Böllern drehten die Protestler von der Roten Flora im Schanzenviertel aus eine Runde und kehrten nach kurzer Zeit zu dem linksautonomen Zentrum zurück, wo sie von Feuerwerk empfangen wurden. Aus der Flora gab es Lautsprecherdurchsagen wie: „Heute haben wir das faschistische Gesicht des Staates und des Kapitalismus gesehen.“

Wagencamps „Köpi“ in Berlin geräumt – Demo in Hamburg

Die Polizei hatte sich mit einem starken Aufgebot an Einsatzkräften auf die Demonstration in Hamburg vorbereitet und auch Wasserwerfer im Schanzenviertel postiert. Wieviele Beamte im Einsatz waren, wollte der Sprecher nicht sagen. Ein Reporter sprach von mehreren Hundertschaften der Bereitschaftspolizei.

Zur spontanen Kundgebung unter dem Motto „Soli mit der Køpi – jede Räumung hat ihren Preis“ war im Internet aufgerufen worden. „Jede Räumung hat ihren Preis! Am 15.10 soll der Køpi Wagenplatz geräumt werden, daher nehmen wir uns auch in Hamburg die Straße!“, hieß es in einem Aufruf der Feministischen Antifa bei Instagram.

In Berlin waren bei der Räumung des Wagencamps am Freitag bis zu 2000 Polizisten im Einsatz. Das Camp auf einem Gelände an der Köpenicker Straße im Bezirk Mitte gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linken Szene in der Stadt. Auf dem rund 2600 Quadratmeter großen Grundstück neben einem 1990 besetzten Haus am ehemaligen Mauerstreifen wohnen rund 40 Menschen in Bauwagen. Der Grundstückseigentümer hatte mit Hinweis auf eine Baugenehmigung im Juni erfolgreich auf Räumung geklagt. Einen Eilantrag der Bewohner zum Stopp der Zwangsvollstreckung wies das Berliner Kammergericht am Mittwoch ab. (mp/dpa)

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