• Ermittler und Polizisten an einem Tatort in Hamburg (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa | Jonas Walzberg

Leiharbeiter bei der Kripo? Verrückter Plan der Polizei Hamburg

Eine Flut unbearbeiteter Akten, ungelöste Fälle und wenig Personal: All das hat bei der Hamburger Polizei einen verrückten Plan aufkommen lassen. Präsident Ralf Martin Meyer soll vorhaben, den Ermittlern der Kripo Leiharbeiter zur Seite zu stellen.

Es sollen sogenannte Crash-Teams aufgebaut werden, die im Bedarfsfall einfache Aufgaben bei der Kripo wahrnehmen sollen, um die Beamten bei Ermittlungsarbeiten zu unterstützen. Dazu soll es Überlegungen geben, Leiharbeiter von externen Firmen heranzuziehen. Das berichtete das Abendblatt.

Bernd Krösser, Staatsrat der Innenbehörde, soll dazu entschieden haben, für diesen kurzfristigen Plan – befristet auf fünf Monate – 500.000 Euro zu Verfügung zu stellen. Das will der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) erfahren haben.

Akten stapeln sich bei der Kripo

Der Auslöser für diese sehr ungewöhnliche Maßnahme: In vielen Dienststellen sollen sich die Akten stapeln. Allein 6000 Fälle von Alltagsdelikten seien wegen noch fehlender Ermittlungsansätze laut Informationen des Abendblatt zurückgestellt worden.

Dass das Fallaufkommen nicht mehr abgearbeitet werden kann, liegt laut Polizei teilweise an Corona-Krankheitsfällen bei der Kripo – und nach Ansicht von Polizisten auch an der Umstrukturierung bei der Polizei. Die örtliche Kripo gehörte bis vor einiger Zeit zu den Wachen. Seinerzeit konnten Polizisten, die zum Beispiel aus Krankheitsgründen nicht mehr für den Einsatzdienst geeignet waren, die Ermittler unterstützen.

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Der BDK läuft nun Sturm gegen den Einsatz von Leiharbeitern. Er sieht ein Sicherheitsproblem. Etwa wenn die Leiharbeiter mit den teilweise sensiblen IT-Systemen betraut werden. Laut dem Abendblatt beabsichtigt Meyer zunächst 13 Leiharbeiter von externen Firmen zur Hilfe zu holen. Die sollen in einem drei bis fünf Tage andauernden Kurs an der Polizeischule eingearbeitet werde.

Leiharbeiter sollen in Kurzkursen eingearbeitet werden

Für den BDK sind die inzwischen berüchtigten „Aktenhalden“ eine Folge eines strukturellen Problems – nämlich dem „immer dramatischer werdenden Personalmangel“, gab der Landesvorsitzende Jan Reinecke zu Bedenken.

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