Multi-Kulti wird bei der Hamburger Polizei groß geschrieben.
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Hamburg setzt auf Multi-Kulti: So viele Polizisten haben einen Migrationshintergrund

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd wird auch in Hamburg gegen rassistische Polizeigewalt demonstriert. Doch wie viele der rund 10.000 in der Stadt arbeitenden Uniformierten haben eigentlich einen Migrationshintergrund? Und was tut die Hamburger Polizei präventiv gegen Rassismus? Die Antwort auf beide Fragen: eine ganze Menge.

Als eine der erste Polizeien Deutschlands hat Hamburg bereits 1995 dafür geworben, vermehrt Menschen mit ausländischen Wurzeln einstellen zu wollen. Und diese Offensive hält bis heute an.

Hamburg: So viele Polizisten haben Migrationshintergrund

Allein die vergangenen vier Jahre haben gezeigt, dass die Kampagne der Polizei fruchtet – im Durchschnitt hatte jeder fünfte Neu-Polizist einen Migrationshintergrund. Das ging aus einer Kleinen Anfrage des SPD-Abgeordneten Kazim Abaci hervor, der lobte: „Hamburg hat erkannt, dass die jungen Menschen mit ihren Erfahrungen, ihren Sprachkenntnissen und ihrem interkulturellen Wissen eine wertvolle Bereicherung für den öffentlichen Dienst sind.“

Wie die MOPO erfuhr, wird geschätzt, dass insgesamt mehr als 15 Prozent der Polizei-Belegschaft ausländische Wurzeln haben. Die Tendenz: stark steigend.

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„Wir als Beamte sind ein Abbild der Gesellschaft. Und die ändert sich im Laufe der Zeit. Wir wollen Werte vermitteln. Und das fängt bereits bei der Auswahl der Bewerber an“, so ein Polizeisprecher zur MOPO. Man wolle stets einen offenen, vorurteilslosen Diskurs innerhalb der Polizei führen, zwischen Menschen mit möglichst vielen und unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. „Das ist ein sehr dynamischer Prozess. Immer geht es dabei um die Stellung der Polizei in der Öffentlichkeit.“

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Polizeianwärter bei ihrer Vereidigung (Archivbild).

Foto:

ruega

Wichtig: Es kommt nie darauf an, wie du aussiehst, woher du kommst, sondern wofür du einstehen möchtest.

Polizei zu Lehrinhalten: Geht nicht nur um Raub und Mord

Dafür werden angehende Polizisten schon während der Ausbildung in Kursen wie Ethik und Moral gelehrt, das Thema Rassismus ist früh und lange ein elementares Thema. „Es geht nicht nur um Raub und Mord, sondern auch darum, wie ich mich verhalte, wenn ich zum Beispiel einen Menschen festnehme“, so der Sprecher. „Das ist ein Eingriff ins Menschenrecht, und dieser sollte stets besonnen und mit Vorsicht behandelt werden.“

Auch „fertigen“ Polizisten werden regelmäßig auf den Wachen Fortbildungen zum Thema Rassismus angeboten. Oft geht es dabei um die Fragen: Was ist in Kultur X wichtig? Worauf kommt es bei ihr an? Was kann die Polizei Positives aus ihr ziehen?

„Wir profitieren als Polizei im Ganzen von dieser Vielfalt“, so der Sprecher weiter. „Wir sind ein Spiegelbild der Gesellschaft.“

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