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Europaweiter Einsatz: Polizei im Norden hebt Ring von Online-Betrügern aus

Rostocker und Göttinger Polizisten haben einen international agierenden Online-Betrüger-Ring ausgehoben. Das teilten die Beamten am Montag mit. Die Verbrecher sollen ihren Opfern lukrative Gewinne aus Aktien- und Bitcoin-Investments versprochen haben. Der Schaden allein in Deutschland belaufe sich auf 15 Millionen Euro, so Harald Nowak, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft. „Weltweit könnte der Schaden in Milliardenhöhe liegen.“

Die Masche war immer dieselbe: Falsche Internetseiten, auf denen man in Aktien oder Kryptowährungen investieren konnte, sollten die Opfer in die Falle locken. Schon mit wenig Einsatz könne man viel Geld machen, hieß es auf den Seiten. Doch statt sich über eine Gewinnausschüttung freuen zu können, blieben die Konten der Opfer leer: die vielversprechenden Aktienkurse, hohe Gewinnmargen – alles nur vorgegaukelt.

Europaweiter Einsatz: Polizei hebt Online-Betrüger-Ring aus

„Die Seiten waren hochprofessionell angelegt“, sagt Nowak, „und wirkten echt.“ Teilweise wurden die Namen angeblich ebenfalls investierender Prominenter wie Günther Jauch und Boris Becker auf den Seiten veröffentlicht. „Doch die Prominenten wussten nichts von dem Missbrauch ihrer Namen.“

Vergangenen Mittwoch schlugen die Ermittler mit Unterstützung von Interpol und Europol in Bulgarien, der Ukraine und auf Zypern zu, mehr als 100 Beamte waren im Einsatz. Dabei wurden Büros und Privathäuser durchsucht, PCs, Laptops und Speichermedien beschlagnahmt, Konten der Verdächtigen eingefroren. Auch einige hundert Server konnten die Ermittler abschalten. Nowak: „Die gute Zusammenarbeit führte letztlich zum Erfolg.“

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Worauf der Oberstaatsanwalt anspielt: Im Februar 2020 hatte ein Geschädigter aus Göttingen Strafanzeige gestellt, nachdem er 250.000 Euro investiert hatte, aber seinen Gewinn nicht erhielt. Im selben Monat ging in Rostock eine ähnliche Anzeige ein. Die Ermittlungen wurden daraufhin zusammengelegt. Und führten in die Ukraine: Dort stießen die Beamten auf ein IT-Unternehmen, das im Verdacht stand, 180 Tradingplattformen mit mehr als 250 Webseiten zu betreiben: das Hauptquartier der Online-Betrüger, von dem aus sie weltweit aus operieren konnten.


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„Wir haben einen langen Atem bewiesen“, so der Göttinger Staatsanwalt Manuel Recha. „Durch hartnäckige Ermittlungen konnten wir letztendlich tatsächlich existente Firmen und Personen ermitteln, die der Führungsebene zugeordnet werden können.“

Staatsanwaltschaft: Vorsicht bei Internet-Investments

Beide Staatsanwaltschaften warnen eindringlich davor, sein Geld im Internet anzulegen. Man solle sich vorher über die jeweiligen Plattformen informieren und überprüfen, ob die Seite ein Impressum nach europäischem Standard hat. Bei überdurchschnittlich hohen Gewinn-Versprechungen sollte man hellhörig werden. Nowak: „Seien Sie vorsichtig und halten sie Rücksprache mit Ihrem Finanzberater.“ Denn im Zweifel gilt: Ist das Geld einmal investiert, ist es weg.

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