• Am 1. Mai waren alle linken Demos wegen Corona verboten worden, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.
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Zehn Demos in der Stadt: Linken-Sprecher: Wieso es heute anders läuft als am 1. Mai

Am 1. Mai hatte das Verwaltungsgericht alle Demos aus dem linken und linksradikalen Spektrum verboten, viele Protestler kamen trotzdem, es gab Scharmützel mit der Polizei und später Polit-Zoff. Am 13. Mai, dem Himmelfahrtstag, soll ab 14 Uhr erneut demonstriert werden. Einer der Anmelder: Keyvan Taheri, Landessprecher der Linken. Die MOPO fragte ihn, was diesmal anders laufen soll.

MOPO: Herr Taheri, am 1. Mai gab es teilweise heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Ist sowas auch an Himmelfahrt zu erwarten?

Keyvan Taheri: Nein, auf keinen Fall. Die Anmeldebehörde, also die Polizei, hat keine Einwände. Wir haben zwischen 1800 und 2000 Teilnehmer angemeldet, verteilt auf zehn Standorte zu jeweils 200. Alle Kundgebungsorte sind über unterschiedliche U-Bahnhöfe zu erreichen, sodass es auch bei der Anreise nicht zu großen Menschenansammlungen kommt. Wir haben Ordner, die auf Masken und Abstände achten. Aber das ist bei unseren Demos überhaupt kein Problem. Wir stehen grundsätzlich hinter den Maßnahmen.

Vatertag ist ja kein traditioneller Demotag der Linken, warum in diesem Jahr?

Wir wollen gegen die Demoverbote und die Polizeieinsätze am 1. Mai protestieren. Es wurde uns alles untersagt an dem Tag, der eigentlich der traditionelle Protesttag der Arbeiter und Arbeiterinnen ist. Das war eine politisch aufgeheizte Situation, die der Senat gepusht hat. Wir sind für eine solidarische Pandemiebekämpfung, Sie werden auf unseren Demos keine Verstöße gegen die Maskenpflicht sehen, aber das Versammlungsrecht muss auch in der Pandemie gelten. 

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Keyvan Taheri, Landessprecher der Hamburger Linken

Foto:

hfr/DIE LINKE HAMBURG

Nur friedlich und freundlich waren die Demos am 1. Mai aber auch nicht. Auf der Flora wurden Bengalos geschwenkt.

Da standen sechs junge Leute auf dem Dach, das ist doch kein Grund, so aufzufahren für die Polizei. Wenn es danach ginge, müsste man ja jedes Fußballspiel verbieten. Neben dem Unmut wegen der Vorkommnisse am 1. Mai geht es uns aber auch darum, die Themen auf die Straße zu bringen, die uns am 1. Mai verboten wurden. Missstände im Gesundheitswesen, gerechte Löhne, die ungleiche Verteilung des Reichtums.

Die zehn Kundgebungsorte:

1. Jungfernstieg / Reesendammbrücke

2. Gänsemarkt

3. Stephansplatz vor Planten un Blomen

4. Dammtor/Theodor-Heuss-Platz

5. Kennedybrücke/Alsterufer

6. Carl-von-Ossietzky-Platz

7. Domplatz

8. Gerhard-Hauptmann-Platz

9. Hansaplatz

10. Alsterpark

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