Auch auf der Reeperbahn hielten sich in den vergangenen Wochen nicht alle Läden und Besucher an die Auflagen.
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Steigende Corona-Zahlen: Das passiert, wenn Hamburg es jetzt vermasselt

112 Neuinfektionen mit dem Coronavirus vermeldetet der Hamburger Senat am Dienstag. Angesichts steigender Zahlen warnte Senatssprecher Marcel Schweitzer erneut vor weiteren Einschränkungen.

„Es zeigt sich, dass wir sehr vorsichtig sein müssen. Das verdeutlicht auch die Inzidenz, die heute bei 32,3 liegt“, so Schweitzer. Die Inzidenz zeigt die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen an.

Neuinfektionen in Hamburg: Ab diesem Wert wird es kritisch

Ab einem Wert von 35 sind erste Verschärfungen vorgesehen. So dürfen dann Fußballspiele nur noch mit maximal 1000 Zuschauern stattfinden. Ab einem Wert von 50 müssten auch private Zusammenkünfte wieder stärker reglementiert werden, sagte Schweitzer.

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Private Feiern seien dann nur noch mit 10 beziehungsweise 25 Personen möglich, wenn sie in angemieteten Räumen einer Gaststätte stattfinden. Zusätzlich dürfen Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten bundesweit keine Hotelzimmer oder Wohnungen anmieten.

Hamburger Senat hat bisher noch keine Beschlüsse gefasst

„Wenn man den Grenzwert 50 erreicht, ist man verpflichtet ein Beschränkungskopnzept zu erarbeiten. Daran arbeiten wir, aber da sind noch keine Beschlüsse gefallen. Wir arbeiten derzeit vor allem daran, dass der Wert nicht die 50 erreicht“, sagte Schweitzer.

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Nach wie vor gebe es die meisten Infektionen bei den 20 bis 40-Jährigen. Die Anzahl der Fälle von Personen im Alter von 60 Jahren und älter hat laut des Senats aber ebenfalls zugenommen. In der letzten Woche gab es mehr als doppelt so viele Fälle in dieser Altersgruppe wie in den Wochen davor (KW 38: 37 Fälle, KW 39: 37 Fälle, KW 40: 87 Fälle). In mehreren Fällen soll vor allem das Personal von Pflegeinrichtungen das Virus dort eingeschleppt haben.

Schweitzer appellierte erneut an die Bürger: „Halten Sie die Regeln ein.“ Dies gelte sowohl für Abstands- und Maskenpflicht als auch für das Hinterlassen korrekter Kontaktdaten. Insgesamt gelinge es den Gesundheitsbehörden aber noch, „mit akribischer Arbeit“ die Kontakte nachzuverfolgen.

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Corona: Hamburg steht im Vergleich gut da

Trotz steigender Zahlen stehe Hamburg im Vergleich mit anderen Metropolen relativ gut da. „Wir sehen in anderen Städten ein noch dynamischeres Infektionsgeschehen“, sagte die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne).

Das liege sowohl am relativ „konservativen“ Vorgehen des Senats als auch an der Disziplin der Hamburger. Dies dürfe aber nicht durch die Sorglosigkeit Einzelner gefährdet werden. Ansonsten werde sich der Senat darüber unterhalten müssen „wieder Erlaubtes einzuschränken“. (dpa/abu)

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