Die Wolfgang-Meyer-Sportanlage in Stellingen soll einen neuen Namen bekommen. (Archivbild)
Die Wolfgang-Meyer-Sportanlage in Stellingen soll einen neuen Namen bekommen. (Archivbild)
  • Die Wolfgang-Meyer-Sportanlage in Stellingen soll einen neuen Namen bekommen. (Archivbild)
  • Foto: IMAGO / KBS-Picture

Namensgeber mit Nazi-Historie: Hamburger Stadion wird umbenannt

Fußballfans ist die Wolfgang-Meyer-Sportanlage in Stellingen bestens bekannt. Seit 2013 trägt die zweite Mannschaft des HSV ihre Heimspiele im Stadion an der Hagenbeckstraße aus. Auch die U19 und die U17 sind dort beheimatet. Jetzt soll die Anlage einen neuen Namen bekommen – wegen der NS-Vergangenheit ihres Namensgebers.

Noch bis 2024 sind die Modernisierungsarbeiten an der Wolfgang-Meyer-Sportanlage angesetzt. Rund 5,2 Millionen Euro soll das Projekt kosten. 1,3 Millionen Euro hatte die Stadt Hamburg Ende 2020 lockergemacht, der Bund steuerte über den Investitionspakt Sport die restlichen 3,9 Millionen Euro bei.

Stellingen: Neuer Name für Wolfgang-Meyer-Sportanlage

Nicht nur auf der Anlage selbst soll sich bis dahin einiges geändert haben. Auch der Name soll dann ein anderer sein. Weil Wolfgang Meyer einst im Dritten Reich aktiv im Hamburger Lehrwesen tätig war, setzt sich die Politik im Bezirk Eimsbüttel für einen neuen Namenspatron ein. An der Suche sollen sich auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligen.


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„Dass der ‚neue‘ Sportpark auch einen neuen Namen bekommen soll, halte ich für die richtige Entscheidung. Ich bin gespannt, welche Namensvorschläge es von den Eimsbüttelerinnen und Eimsbüttelern geben wird“, sagte Ralf Meiburg, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Eimsbüttel.

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Wolfgang Meyers Vergangenheit während der Zeit des Nationalsozialismus gilt mittlerweile als gut erforscht. Hans-Peter de Lorent, Historiker, Lehrer und zwischen 1997 und 2001 für die Grün-Alternative Liste Mitglied in der Hamburger Bürgerschaft, untersuchte Meyers Biografie in seiner Studie „Täterprofile. Die Verantwortlichen im Hamburger Bildungswesen unterm Hakenkreuz und in der Zeit nach 1945“.

Der 1867 geborene Meyer diente 1933 trotz seines hohen Alters noch als kommissarischer Landesschulrat unter dem damals neuen Schulsenator Karl Witt. Dem NSDAP-Politiker zufolge konnte Meyer unter anderem mit „echt vaterländischer Gesinnung“ punkten. Zu seinem 75. Geburtstag 1942 wurde besonders gewürdigt, dass er „nach der Machtergreifung tatkräftig an der Neuordnung des Schulwesens“ mitwirkte. Wolfgang Meyer war, hält de Lorent fest, klar „ein Rädchen im nationalsozialistischen Getriebe“.

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