Marcus Weinberg (CDU) muss um seine politische Karriere bangen.
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Nach herber Wahlschlappe: CDU-Mann Marcus Weinberg muss um Karriere bangen

Er hat sich das alles sicher anders vorgestellt. Noch vor Monaten wurde Marcus Weinberg (CDU) von seiner Partei als Heilsbringer präsentiert. Der Bundestagsabgeordnete sollte bei der Wahl ein starkes für die gebeutelten Christdemokraten holen – scheiterte jedoch kläglich. Jetzt muss der 52-Jährige sogar um seine politische Karriere bangen.

In Hamburg ist die Tür zu, so viel dürfte klar sein. Bereits 2015 musste er die bis dato historische Wahlschlappe (15,9 Prozent) seiner Partei als Landeschef verantworten, jetzt holte er als Spitzenkandidat desolate 11,2 Prozent. Und zu allem Überfluss konnte er nicht einmal ein eigenes Mandat für die Bürgerschaft ergattern.

Marcus Weinberg: Politischer Gegner glaubt an Erpressung

Eine herbe Enttäuschung – und der Anfang vom Ende seiner Partei-Karriere, heißt es vom politischen Gegner. Dort machte bereits vor Monaten das Gerücht die Runde, dass die CDU Weinberg die Pistole auf die Brust gesetzt haben soll. Der Tenor: In Berlin geht’s für ihn nicht weiter, Hamburg sei seine letzte Chance. Und die müsse er nutzen.

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In CDU-Kreisen streitet man die Härte dieser Darstellung ab – an der Kernaussage, dass in Berlin bald kein Platz mehr für den 52-Jährigen sein könnte, ist allerdings etwas dran. Denn: Die Union hat sich für die kommende Legislaturperiode eine Art Frauenquote auferlegt, sowohl der zweite als auch der fünfte Listenplatz muss bei der kommenden Wahl mit einer Politikerin besetzt werden. Dafür hatte sich Weinberg sogar höchstpersönlich starkgemacht. Möglich, dass ihm das nun auch sein Bundestagsmandat kosten wird.

Marcus Weinberg muss um sein Bundestagsmandat kämpfen

Zur Info: Aktuell sitzen mit Rüdiger Kruse, Christoph Ploß, Christoph de Vries und Weinberg vier Abgeordnete für Hamburgs CDU im Bundestag. Einer dieser Männer wird bei der kommenden Listen-Aufstellung leer ausgehen.

Den Haushaltspolitiker Kruse wird es sicher nicht treffen, der ist im kongenialen Gespann mit SPD-Politiker Johannes Kahrs viel zu wichtig, lotst regelmäßig Bundes-Millionen nach Hamburg. Auch Christoph Ploß, der in Hamburg inzwischen als Landeschef gehandelt und als Hoffnungsträger seiner Partei gilt, wird es kaum treffen.

Marcus Weinberg: Eine Frau könnte ihm gefährlich werden

Bleiben Weinberg und de Vries. Für Weinberg spricht, dass er den größeren Kreisverband hinter sich weiß, die politischen Niederlagen haben ihm jedoch geschadet. Und Aussagen wie „Die Zugfahrten nach Berlin sind schön, die nach Hamburg aber schöner“, unterstreichen nicht gerade sein fundamentales Interesse an dem Job in Berlin.

Video: Hamburg hat gewählt – die Zusammenfassung

Für de Vries spricht außerdem, dass er parteiintern ebenfalls in die Kategorie „frischer Wind“ eingruppiert wird. Für Weinberg wird es also nicht leicht, zumal mit der frischgebackenen Bürgerschaftsabgeordneten Anke Frieling eine Frau aus dem gleichen Kreisverband Altona für den Listenplatz 2 gehandelt wird. Und zwei Politiker aus dem gleichen Kreisverband werden es nicht nach oben auf die Liste schaffen. Immerhin: Bis zur Bundestagswahl im Oktober 2021 bleibt Weinberg noch ein wenig Zeit, einen Plan für seine Zukunft zu entwickeln.

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