Dicke Eisschicht auf Gewässern
  • Vom Eis befreit sind Strom und Bäche – leider nicht ganz. Der Märzwinter stört mitunter den belebenden Frühlingsblick.
  • Foto: WetterOnline

Tagsüber mild, nachts eiskalt: Das steckt hinter dem Phänomen Märzwinter

Ob allein, zu zweit, mit dem Hund, zum Joggen oder wie auch immer – wer sich die letzten Abende zum Spaziergang an Elbe oder Alster nach draußen gewagt hat, sah sich eisiger Kälte und kühlem Wind ausgesetzt. Dabei wecken die wohltuenden Sonnenstrahlen seit Märzanfang Hoffnung auf warme Nächte. Aber warum rutschen die Temperaturen regelmäßig in diesen Tagen in den Minusbereich? Wie kommt es zu dem Märzwinter, wie Meteorologen diese spezielle Wetterlage getauft haben?

Für den Wetterexperten von „Wetter-Online“ Björn Goldhausen ist es ganz einfach erklärt, warum morgendliches Eiskratzen vor der Fahrt zur Arbeit für viele Hamburger und Hamburgerinnen immer noch zum täglichen Ritual gehört: „Für die eisige Kälte im März sind meist ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln und ein Tiefdruckgebiet über Osteuropa verantwortlich.“ Dazwischen wird Polarluft aus dem Norden Richtung Süden direkt zu uns gelenkt. „Eine andere Möglichkeit ist, dass sich ein Hoch über Nordeuropa etabliert“, so Goldhausen weiter. „Dann wird, wie auch in den vergangenen Tagen, über die Südflanke des Hochs kalte Festlandsluft nach Westen zu uns geführt.“

Osterglocken blühen bei Schnee.
Die Natur kann den Märzwinter meist noch gut verkraften. Kritisch wird es erst dann, wenn viele Pflanzen in voller Blüte stehen.

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In der Regel verkraftet die Natur den plötzlichen Kälteschock recht gut. Verheerende Auswirkungen haben solche Kaltluftvorstöße erst dann, wenn Bäume und Pflanzen schon in voller Blüte stehen. Kommt es zu richtig kalten Märzwintern, wie zuletzt 2013, können Spätfröste regional sogar zu kompletten Ernteausfällen führen.

Wetterexperte: Märzwinter in diesem Jahr „zahm“

Aber der Wetterexperte hat beruhigende Nachrichten: „Späte Kaltluftvorstöße um den kalendarischen Frühlingsanfang herum sind nicht ungewöhnlich. Eistage mit Höchstwerten unter dem Gefrierpunkt sind im Flachland dagegen zum Ende des Monats eher selten, da die Tage länger werden und somit auch die Sonneneinstrahlung zunimmt. In diesem Jahr zeigt sich der Märzwinter ohnehin mehr von seiner zahmen Seite. Trotz kalter Nächte lässt es sich am Tag bei viel Sonnenschein gut aushalten.“ (mp)

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