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  • Foto: Waldeck

Pferde gingen durch: Prozessbeginn nach tödlichem Kutschen-Unfall auf Friedhof

Es war ein schrecklicher Unfall, bei dem eine Frau ihr Leben verlor: Im September waren auf dem Ohlsdorfer Friedhof die Pferde einer Ausflugskutsche durchgegangen und gegen ein Auto gelaufen. Dabei kippte das Gefährt um und begrub zwei Frauen unter sich. Eine 78-Jährige verstarb noch am Unfallort, die andere wurde lebensgefährlich verletzt. Jetzt wird der Betreiberin des Pferdedroschkenbetriebes wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung der Prozess gemacht.

Der Unfall ereignete sich am Nachmittag des 26. September 2019 gegen 16.15 Uhr. Die 56-Jährige hatte mit ihrer Pferdekutsche vor dem Friedhofsmuseum gehalten, um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Sie und ihr Kollege hatten dabei die Kutsche verlassen, um den vier Fahrgästen beim Einstieg zu helfen.

Friedhof Hamburg-Ohlsdorf: Pferdekutsche kollidiert mit Pkw – eine Tote

Als zwei von ihnen bereits in der Kutsche saßen und die anderen beiden auf dem Trittbrett, gingen plötzlich die Kutschpferde durch. Laut Anklage befreiten sich die Tiere von dem nicht ausreichend gesicherten Zaumzeug und zogen die Kutsche auf die Cordesallee.

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Pferdekutsche kollidiert mit Auto – eine Tote (78)

Dort stießen sie mit einem Mazda zusammen. Das Gespann kippte daraufhin um und begrub die zwei Frauen, die zuvor auf dem Trittbrett standen, unter sich. Eine der beiden verletzte sich so sehr, dass sie noch am Unfallort verstarb. Die andere wurde von der Feuerwehr mit hydraulischem Gerät befreit und mit lebensgefährlichen Verletzung in ein Krankenhaus gebracht.

Tödlicher Kutschen-Unfall auf Ohlsdorfer Friedhof: Prozess in Hamburg

Der Mazdafahrer (in der Ursprungsmeldung war zunächst versehentlich von einer Fahrerin die Rede) erlitt Schnittwunden und Prellungen. Die anderen Fahrgäste in der Kutsche wurden bei dem Unfall leicht verletzt.

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Die Unfallstelle auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Foto:

dpa

Ein Pferd wurde so schwer verletzt, dass ein Tierarzt, der per Blaulicht zum Unfallort gebracht wurde, es einschläfern musste. Ein zufällig anwesender Pastor sowie ein Notfall-Seelsorger des Roten Kreuzes kümmerten sich um die geschockten Augenzeugen.

Am Mittwoch startet der Prozess vor dem Hamburger Landgericht.

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