• Foto: dpa

Patronen gestohlen: Half ein Mitarbeiter der Waffenbehörde der „Nordkreuz“-Gruppe?

Schwerin –

Die sogenannte „Nordkreuz“-Preppergruppe hatte möglicherweise einen Helfer aus der Waffenbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Der Mitarbeiter der Behörde stehe im Verdacht, Ende 2017 bei einer Razzia Patronen entwendet und der Gruppe ausgehändigt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft Schwerin mitteilt. Er muss sich nun wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und der Vorteilsannahme verantworten.

Im Rahmen einer Durchsuchung beim früheren Elite-Polizisten Marko G. soll der Behörden-Mitarbeiter Ende 2017 insgesamt zehn Patronen gestohlen und der „Nordkreuz“-Gruppe gegeben haben. Marko G. war nach eigener Aussage Administrator der Prepper-Gruppe.

„Prepper“ legen Waffenlager für möglichen Ernstfall an

Prepper (von Englisch „to be prepared“/vorbereitet sein) legen sich große Vorräte an, um erwartete Krisen zu überstehen. Außerdem verfügen sie über Waffenlager und bereiten sich mit Überlebenstrainings auf den möglichen Ernstfall vor.

In Chats unter einzelnen Mitgliedern der Gruppe war den Ermittlungen zufolge auch rechtsradikales Gedankengut ausgetauscht worden. Das Landgericht Schwerin hatte den früheren Scharfschützen beim Spezialeinsatzkommando (SEK) Mecklenburg-Vorpommern kurz vor Weihnachten unter anderem wegen illegalem Waffenbesitz zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft, die eine höhere Strafe gefordert hatte, ging in Revision.

„Nordkreuz“-Gruppe: Hat sich der Polizist schmieren lassen?

Laut Angaben der Staatsanwaltschaft war die vom Behördenmitarbeiter ausgehändigte Kriegswaffenmunition nicht Gegenstand des gegen Marko G. geführten Strafverfahrens. Dennoch bestehe weiterhin der Verdacht, dass der Polizist gegen die kurzfristige Erteilung einer Einfuhrgenehmigung für ein Gewehr Geld angenommen habe.

Zudem wird gegen zwei weitere Gruppenmitglieder von „Nordkreuz“ wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdeten Gewalttat ermittelt. Marko G. wird in diesem Verfahren als Zeuge geführt. (aps/dpa)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp