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Party- und Böllerverbot drohen: Wie trist wird Silvester in Hamburg wirklich?

„Und was machst du so zu Silvester?“, war in in den vergangenen Jahren spätestens ab Mitte November die wohl am häufigsten gehörte Smalltalk-Frage im Freundeskreis. Doch in der Corona-Krise überlegen die Hamburger vor allem, ob sie den Jahreswechsel überhaupt feiern können. Wie trist droht die ehemals größte Partynacht des Jahres dieses Mal zu werden?

„Welche Corona-bedingten Regelungen für den Dezember zu treffen sind, ist noch nicht abschließend entschieden“, erklärt Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde gegenüber der MOPO. „Es ist aber davon auszugehen, dass Großveranstaltungen, die zu Menschenansammlungen führen, nicht möglich sein werden. Die Ministerpräsidenten werden am kommenden Mittwoch dazu weitere Beschlüsse fassen, die gewiss auch den Zeitraum um Silvester einbeziehen.“

Niederlande verbieten Böller und Raketen zu Silvester – Hamburg auch?

Ab Mitte nächster Woche dürften wir also mehr wissen. Doch was ist mit dem Feuerwerk, das ja für viele eins der Highlights einer jeden Silvesternacht ist?

In den Niederlanden ist das Böllern generell verboten – auch im engsten Familienkreis. Der Grund: Die Holländer befürchten, dass die Krankenhäuser dann bereits mit Corona-Patienten gefüllt sind – und die zu erwartenden Notfälle durch Feuerwerkskörper die Kliniken dann über die Belastungsgrenze bringen würden.

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In Hamburg sollte es ein solches pauschales Böllerverbot nicht geben, findet Dennis Gladiator, innenpolitischer Sprecher der CDU. Man müsse Menschenansammlungen vermeiden, „das heißt für uns aber nicht, das private Silvesterfeuerwerk zu verbieten.“

Hamburgs CDU will privates Böllern erlauben – Senat hält sich bedeckt 

Die Linke hingegen fände zumindest ein erweitertes Verbot sinnvoll. „Feuerwerk ist ein lautes, umweltschädliches, gefährliches und zudem teures ‚Vergnügen‘“, sagte Stephan Jersch, Umweltsprecher der Linksfraktion.

Der Hamburger Senat hingegen hält sich derweil noch bedeckt: „Die Erörterungen über die Feiertage sind noch nicht abgeschlossen“, heißt es auf MOPO-Anfrage. Lockerungen seien aber nur möglich, wenn das Infektionsgeschehen deutlich reduziert sei.

Hamburger Gesundheitsbehörde: Infektionsrisiko durch Feiern mit Alkohol

Möglicherweise gibt es zum Böllern am Mittwoch eine Entscheidung. Bis dahin wagt die Gesundheitsbehörde eine allgemeine Prognose: „Während Verletzungen durch Silvesterfeuerwerk sicher eine Gefahr darstellen, müssen wir in diesem Jahr auch davon ausgehen, dass schon das Zusammenstehen vieler Menschen – oder alkoholisiertes Feiern – eine Infektionsgefahr in sich birgt“ sagt Sprecher Helfrich zur MOPO. „Wie so vieles, wird auch Silvester dieses Jahr von Corona betroffen sein – da kann ich leider keine Hoffnung machen.“

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