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  • Foto: Storror

Parkour-Giganten in Hamburg: Was diese Typen tun, sollten Sie besser nicht nachmachen

Einfach über eine Brücke laufen? Langweilig! Man kann sich doch auch an ihr entlang hangeln, unter ihr hindurchklettern oder vom Geländer aus über zehn Meter bis zum Ufer springen! Für die Parkour-Giganten des Teams „Storror“ ist das ein Klacks. Im August waren sie in Hamburg unterwegs.

Bei dem Extremsport Parkour wollen sich Sportler im Großstadtdschungel möglichst effizient von A nach B bewegen – und springen dafür über Parkbänke oder Treppengeländer oder klettern über Hochhausdächer. Der ursprünglich aus Frankreich stammende Sport wird auch in Deutschland immer beliebter und ist längst zum Trend geworden: Bei der Fernsehshow „Ninja Warriors Germany“ treten Kandidaten vor laufender Kamera im Hindernislauf gegeneinander an, auch Red Bull organisiert zahlreiche Parkour-Events und sponsert mit Jason Paul eines der deutschen Talente des Sports.

Parkour-Giganten in Hamburg: Nicht nachmachen!

Parkour-Begeisterte aus Hamburg konnten sich besonders freuen, denn mit „Storror“ kamen Vollprofis des draufgängerischen Sports in die Hansestadt. Die sieben Engländer aus Brighton posten Parkour-Erlebnisse aus aller Welt auf YouTube und haben durch ihre spektakulären Aktionen Berühmtheit erlangt.

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Beim Dreh ihrer ersten Videos vor zehn Jahren mussten sie noch auf Dächern oder am Strand schlafen, denn das Geld reichte nicht für eine Unterkunft, erzählt Toby Segar (26) im Gespräch mit der MOPO. Mittlerweile folgen mehr als 6 Millionen Menschen ihrem Kanal – ihre Videos wurden mehr als 650 Millionen Mal angeschaut. Dazu verkaufen sie Kleidung mit eigenem Logo und werden für Workshops und Shows gebucht.

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Die Parkour-Giganten waren mit ihrer „Water-Challenge“ in Hamburg unterwegs.

Foto:

Storror

Im August nahmen sich die Athleten nun in ihrer „Water-Challenge“ Hamburgs Kanäle und Brücken vor und sprangen in der HafenCity und Speicherstadt über weite Distanzen zwischen Brücken, Ufer und Pfeilern im Wasser hin und her und landeten das ein oder andere Mal auch mit einem Salto im Wasser.

Parkour in Hamburg: Eine Stadt als Spielplatz

„Die Erbauer der Mauern und Brücken wussten vermutlich gar nicht, welch große Freude sie uns auch heute noch gemacht haben“, sagt der 26-jährige Profisportler der MOPO. Er liebt es, wie bei Parkour eine ganze Stadt zum Spielplatz wird, die Kreativität anregt und allerlei Möglichkeiten bietet, sich selbst herauszufordern.

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Beim Parkour werden neue Wege gesucht: Hier hangeln sich die Athleten der Gruppe Storror unter einer Brücke entlang.

Foto:

Storror

Doch was in ihrem YouTube-Video so leichtfüßig scheint, ist das Ergebnis ultraharten Trainings. Alle sieben Mitglieder der Gruppe trainieren seit 15 Jahren. Segar selbst hat seine ersten Sprünge mit elf Jahren auf dem Schulhof hingelegt. Heute trainieren die Stadt-Akrobaten drei- bis viermal die Woche.

Toby Segars Motto: Springe niemals, wenn du Angst hast

Das Training ist es auch, in dem sich die Sportler den größten körperlichen Herausforderungen stellen – und zwar nah am Boden, erzählt Segar, denn hier könne man sich bei geringem Risiko an Neuem ausprobieren. Bei den spektakulären Sprüngen von Hochhaus zu Hochhaus ginge es dagegen mehr um die mentale Herausforderung – wurden die Sprünge doch schon Tausende Male am Boden geprobt. Trotzdem lautet Segars Motto: „Springe niemals, wenn du Angst hast“, denn dann habe man keine volle Kontrolle über den eigenen Körper.

Video: Parkour goes wrong

Bevor sich die Engländer an die Sprünge wagen, wird außerdem ein Sicherheitscheck vorgenommen: In Hamburg sind sie um die Brücken und in den Kanälen geschwommen, um die Tiefe des Wassers zu überprüfen und sicherzustellen, dass sich keine Metall- oder Betonstrukturen unter der Wasseroberfläche verbergen. So ist am Wochenende dann auch alles gut gegangen, die Sportler blieben unverletzt – und dass man mal zwischendurch ins Wasser fällt, war bei über 30 Grad vielleicht sogar ganz angenehm.

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