Ornamente sorgen für Verwirrungen: Wirbel um „Hakenkreuz“-Brücke in Hamburg | MOPO
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Ornamente sorgen für Verwirrungen: Wirbel um „Hakenkreuz“-Brücke in Hamburg

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Eimsbüttel –

Hängen hier etwa Hakenkreuze? Ornamente an der Eimsbütteler Brücke sorgen derzeit für Ärger im Stadtteil. Die geschwungenen Winkel erinnern an das Symbol aus dem Nationalsozialismus – damit haben sie jedoch nichts zu tun. Die SPD will Passanten nun mit einer Info-Tafel aufklären.

Die Brücke, um die sich der Ärger dreht, steht zwischen Osterstraße und Bundesstraße. Die Verzierungen an ihrem Geländer erinnern viele Eimsbütteler an Hakenkreuze. „Wir sind von Bürgern gefragt worden: Wie kann es sein, dass dort so eine Brücke existiert?“, sagt Ernst Christian Schütt, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Eimsbüttel zur MOPO. Die „Eimsbütteler Nachrichten“ berichteten zuerst.

Die Eimsbütteler Brücke befindet sich zwischen der Osterstraße und der Bundesstraße.

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Hamburger Brücke: Das hat es mit den „Hakenkreuzen“ auf sich

Um Hakenkreuze aus dem Nationalsozialismus handelt es sich bei den Ornamenten jedoch nicht. Die Brücke wurde schon 1911 erbaut. Die Verzierungen sind in Wahrheit Gestaltungselemente aus der wilhelminischen Zeit. Dies ergaben Recherchen der Eimsbütteler Geschichtswerkstatt.

Am Geländer der Eimsbütteler Brücke sind mehrere der umstrittenen Ornamente verarbeitet.

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„Hakenkreuz“-Brücke: SPD-Eimsbüttel will Info-Tafeln anbringen

Die SPD möchte nun gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Infotafeln an der Brücke aufhängen. „Wir möchten Missverständnisse ausräumen“, so Schütt. Ein entsprechender Antrag ist vom Kulturausschuss des Bezirks bereits genehmigt worden. „Nun warten wir auf Vorschläge des Bezirksamts, wie die Tafel aussehen könnte“, sagt Schütt. Spätestens im August werde man sich voraussichtlich hierzu zusammensetzen.