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  • Foto: Deutscher Tierschutzbund / M. Marten

Ohne Menschen kein Essen: Hamburgs Tauben droht ein Massensterben

Viele betrachten die grauen Vögel nur als „Ratten der Lüfte“, doch durch das Coronavirus droht den Stadttauben in Hamburg nun ein Massensterben. Durch die leergefegten Straßen bleibt einfach zu wenig Essen liegen. Der Deutsche Tierschutzbund fordert nun das Errichten von Futterstellen.

Die Schließung von Cafés, Restaurants und Imbissbuden nimmt Hamburgs Tauben eine wichtige Nahrungsgrundlage, das berichtet der Deutsche Tierschutzbund. Die Versorgung der Stadttauben müsse sichergestellt werden – mit diesem Appell richtet sich der Verband insbesondere an Städte, „die bislang noch kein wirksames Taubenmanagement etabliert haben.“

„Da Tauben sehr standorttreu sind, werden sie die Innenstädte nicht verlassen und verhungern, wenn ihnen nicht bald Nahrung zur Verfügung gestellt wird. Da gerade Brutsaison ist, werden auch viele Jungtiere in den Nestern sterben, wenn ihre Eltern sie nicht mehr füttern können“, warnt Leonie Weltgen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „Uns ist klar, dass die große Zahl an Stadttauben vielerorts ein Problem ist. Dass die Tiere nun qualvoll verenden, dürfen die Städte aber nicht zulassen. Die Vorfahren der Stadttauben wurden einst vom Menschen gezüchtet – wir tragen also eine besondere Verantwortung für diese Tiere.“

Futterstationen könnten den Tieren helfen

Städte sollen nun damit beginnen, „ausreichend kontrollierte Fütterungsstellen einzurichten, an denen den Tauben artgerechtes Futter, wie Mais, Körner oder Sämereien zur Verfügung gestellt wird,“ fordern die Tierschützer. Für sie stünde ein allgemeines Fütterungsverbot ohne entsprechende Alternativen nicht im Sinne des Tierschutzes. Daher bittet der Verein vorerst Verstöße gegen das Fütterungsverbot nicht zu verfolgen, denn „die Tiere vor dem drohenden Hungertod zu bewahren muss jetzt oberstes Gebot sein“, so Weltgen.

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Von Seiten der Stadt soll das Fütterungsverbot die Tauben vor schlechter Nahrung bewahren. Dadurch müssten die Vögel mehr Zeit in die Nahrungssuche stecken, was gleichzeitig dafür sorgt, dass die Tiere weniger Zeit zum Brüten aufwenden können. Dadurch solle die Zahl der Tauben auf natürliche Weise verringert und die Tiere selbst gesünder werden. Der Tierschutzbund fordert nichtsdestotrotz ein wirksames Taubenmanagement. In eigens errichteten Taubenschlägen könnte den Tieren Nahrung, Wasser und Nistplätze zur Verfügung gestellt werden. Gelegte Eier könnten hingegen durch Gips-Attrappen ausgetauscht werden, um den Bestand zu regulieren. Jetzt müsste man die Tiere jedoch zunächst lebendig durch die Corona-Krise bringen. (mp)

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