Unverpackt-Laden
  • Hamburgs Unverpackt-Läden stecken in der Krise. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas

Öko-Trend vorbei? Hamburgs Unverpackt-Läden machen reihenweise wieder dicht

Erst eröffneten sie reihenweise, nun machen sie reihenweise dicht: Hamburgs Ökoläden stecken in der Krise und brauchen dringend Hilfe.

„Der richtig große Umsatzeinbruch kam im Sommer 2021“, heißt es in der verzweifelten Mitteilung der „Ohne Gedöns GmbH“, in der sie auf die momentane Situation der Unverpackt-Läden aufmerksam machen wollen. Durch die Pandemie sind die Umsätze der Ökoläden in Schieflage geraten.

Hamburg: Unverpackt-Läden in der Krise

Ihnen sei die Stammkundschaft weggebrochen und das Einkaufsverhalten vieler Konsument:innen habe sich verändert, da Kund:innen nun lieber an einem Ort oder online einkaufen würden. „Mehrere Läden anzusteuern, das haben sich viele abgewöhnt“, heißt es. Auch die Lockerungen im Juni 2021 haben nicht für eine Zunahme der Kundschaft gesorgt und der Umsatz brach ein.

Hinzugekommen sei, dass es kaum finanzielle Hilfen vom Staat gab, die Liquidität aufgebraucht und neue Kredite und Darlehen hätten aufgenommen werden müssen, hieß es von „Ohne Gedöns“.


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Anscheinend sei aber auch das Interesse am Umwelt- und Klimaschutz gesunken. Das ist zumindest die Wahrnehmung der Inhaber:innen, deren Läden nach eigenen Angaben 2020 noch einen Nerv trafen. Nun sei das, was die Läden ausmache – Wertschätzung der Lebensmittel, transparente und faire Lieferketten, regionale Herkunft, Umwelt- und Klimaschutz durch den Verzicht auf Verpackungsmüll – während der Pandemie in den Hintergrund geraten.

„Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine dominieren die Berichterstattung in den Medien. Umwelt und Klimaschutz spielen aktuell in der Gesellschaft eine untergeordnete Rolle.“

Hamburger Unverpackt-Läden bangen um Existenz

Um die verbliebenen Läden zu retten, bitten die Unverpackt-Läden die Hamburger um Hilfe, damit sie ihre Kundschaft „mit biologisch erzeugten, mit Sorgfalt ausgewählten und qualitativ hochwertigen Produkten“ versorgen können, und um Verpackungsmüll einzusparen.

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„Dafür sind wir angetreten, und dies bleibt weiterhin unser Ziel“, sagt Maren Schöning, eine der Inhaberinnen vom Unverpackt-Laden „Ohne Gedöns“ in Volksdorf. „Dafür brauchen wir jetzt die Unterstützung der Hamburger:innen: Kommt zu uns einkaufen, redet mit Freunden oder Kollegen darüber und empfehlt uns weiter, verschenkt Gutscheine, besorgt einen müllfreien Snack für die nächste Konferenz, nutzt eure Kontakte in den sozialen Medien.“ (mp/dpa)

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