Ab 1. März wieder möglich: ein Frisörbesuch (Symbolfoto)
  • Ab 1. März wieder möglich: ein Frisörbesuch (Symbolfoto)
  • Foto: imago images/Sven Simon

Öffnung der Frisöre: Damit hat die Politik dem Land keinen Gefallen getan

„Ich habe direkt heute morgen meine Frisörin angerufen“, erzählt die Kollegin in der Frühkonferenz. Und genau das ist das Problem.

Die Politik hat eine Branche geöffnet, mit einer zutiefst menschlichen Begründung: Viele, vor allem ältere Menschen, können sich nicht selbst die Haare schneiden, manche nicht mal waschen. Für sie ist ein Frisörbesuch wirklich ein Aspekt der Würde.

Corona-Regeln: Jetzt rennt die halbe Republik zum Frisör

In der Realität aber rennt die halbe Republik Anfang März zum Haareschnibbeln, Tönen, Dauerwelle machen. In den meisten Fällen dürfte der Besuch der Eitelkeit und nicht der Hygiene dienen. Hamburgs Eltern sind daher zu Recht schockiert, dass wie im Frühjahr Frisuren wichtiger scheinen als Bildung und Kinderbetreuung. Und andere Branchen klagen zu Recht, dass bei ihnen die Ansteckungsgefahr doch deutlich geringer ist als beim Haareschneiden, wo kein Abstand möglich ist.

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Wäre es nicht möglich gewesen, Frisörbesuche nur bei medizinischer Notwendigkeit zu erlauben? Oder ab einem hohen Alter? Das Perfide ist ja: Je mehr Leute zum Frisör gehen, desto mehr Ansteckungen wird es dort zwangsläufig geben und desto später erreichen wir Werte, die weitere Lockerungen erlauben. Mit dieser Entscheidung hat die Politik dem Land keinen Gefallen getan.

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