• Priester Kuno Kohn will die Einrichtung nun erst einmal selbst leiten.
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Obdachlosenhilfe: Wieder Ärger bei der Alimaus: Ordensschwester ist gescheitert

Die Obdachlosen-Einrichtung Alimaus kommt nicht zur Ruhe: Die neue Leiterin ist bereits wieder weg. Ordensschwester Klarissa Watermann (68) hatte die Leitung erst vor wenigen Wochen übernommen, sie sollte den Posten eigentlich ein Jahr lang bekleiden.

Man habe sich „im Einvernehmen“ getrennt, betont Priester Kuno Kohn, Vorsitzender des Trägervereins, auf MOPO-Nachfrage. Ordensleitung und Vereinsvorstand seien sich einig gewesen, dass die Schwester den Posten nicht länger bekleiden solle.

Wieder Ärger bei der Alimaus: Ordensschwester ist gescheitert

Zu den Gründen will Kohn sich nicht äußern, nur so viel: „Es ist emotionale Schwerstarbeit, die Alimaus unter Corona-Bedingungen überhaupt offen zuhalten.“

Alimaus

Kuno Kohn (2.v.r), Vorsitzender des Alimaus-Trägervereins mit Freiwilligen.

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Quandt

180 Essen werden pro Tag ausgegeben, es kommen Obdachlose, zum Teil drogen- und alkoholkrank, die immer wieder und teilweise mit Strenge auf Abstand und Maskenpflicht hingewiesen werden müssen. Möglich, dass die Ordensschwester sich den Gestaltungsspielraum bei der Arbeit größer vorgestellt hatte.

Alimaus Nobistor

Die Obdachlosen-Tagesstätte Alimaus am Nobistor.

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Klarissa Watermann sollte die Alimaus ein Jahr lang leiten. Für diesen Übergang hatte der Orden der Dominikanerinnen von Bethanien die Schwester freigestellt. Erfahrung mit Führungsaufgaben hat die Ordensfrau durchaus, war Seelsorgerin im Frauengefängnis, hat Bahnhofsmissionen geleitet. Mit der Führung der Alimaus zu Pandemiezeiten ist sie jedoch gescheitert.

Alimaus: Kuno Kohn übernimmt die Leitung

Nun übernimmt Kuno Kohn die Position selbst, bis Ersatz gefunden ist: „Wir wollen die Stelle deutschlandweit groß ausschreiben.“

Erst Anfang des Jahres war der Vertrag der beliebten Alimaus-Leiterin Christiane Hartkopf nicht verlängert worden. Viele Ehrenamtler reagierten empört, argwöhnten, dass der katholische Trägerverein die Einrichtung auf einen „frömmeren Kurs“ bringen wolle und Hartkopf nicht weiterbeschäftigt wurde, weil sie keiner Kirche angehört.

Ärger um neuen Kurs

Hartkopf hatte die renommierten Alimaus-Projekte Kältebus und Gesundheitsmobil ins Leben gerufen. Als der Trägerverein ihre Vertragsverlängerung ablehnte, verließen zahlreiche Ehrenamtler aus Solidarität die Alimaus ebenfalls. Inzwischen fahren beide Fahrzeuge im Dienst der Obdachloseneinrichtung Cafée mit Herz, die inzwischen auch Christiane Hartkopf beschäftigt.

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