Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).
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Neues Inzidenz-Ziel: Darum korrigiert die Politik die Zahl auf 35

Zunächst war eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 die Horror-Marke, die es zu vermeiden galt. Dann war sie das große Ziel – und nun soll die Zahl Geschichte sein: Stattdessen richten sich alle Anstrengungen den neuesten Corona-Beschlüssen nach fortan auf eine Inzidenz von 35. Wie kommt es dazu?

Statt eines Sieben-Tage-Werts von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner soll fortan erst ab einer Inzidenz von 35 in Hamburg über mögliche Lockerungen gesprochen werden.

Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg bei 66,8 (Stand Donnerstag). Einem Rechenmodell zufolge wird Hamburg die neu veranschlagte Inzidenz unter 35 am 10. März erreichen, die 50 bereits in einer Woche – zumindest, wenn die Entwicklung gleich bleibt.

So begründet Bürgermeister Tschentscher das neue Inzidenz-Ziel

Warum jetzt die geringere Zahl als Maßstab genommen wird, erklärt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) so: „Wir haben mit den Virusmutationen einen neuen Unsicherheitsfaktor, deshalb haben wir den neuen Wert von 35 festgelegt.“ Man erhoffe sich beim Erreichen des Werts eine leichtere Eingrenzung des Infektionsgeschehens, selbst wenn man dann weitere Öffnungsschritte vollziehe.

Wissenschaftlich fundiert ist das Ganze nicht, wie der Bürgermeister selbst am Mittwoch einräumte. Demnach gebe es keine einheitliche Wissenschaft, die sage, wie man richtig vorgehen könne. „Es gibt keine wissenschaftliche Herleitung einer bestimmten Inzidenz, ab der alles gut ist und man sich um nichts mehr Sorgen machen muss“, sagte Tschentscher. Man wolle den Inzidenzwert aber weiter absenken und habe sich nun das Ziel 35 gesetzt.

Tschentscher: Keine Überlastung des Gesundheitssystems riskieren

Kritik, die sich aus der Inzidenzwert-Änderung ohne wissenschaftliche Basis speist, wies Tschentscher ab. „Wir fahren im Nebel und dann muss man vom Gas gehen, eher auf die Bremse treten.“ Die Regierung könne nicht eine erneute Überlastung des Gesundheitssystems riskieren.

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Gänzlich überrascht über die Verwunderung einiger ob der Wertkorrektur zeigte sich Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). „Dass 50 und 35 die Orientierungsmarken sind, war schon früh festgelegt im Infektionsschutzgesetz“, so der Senator. (mp)

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