Osterfeuer am Elbstrand
  • Heiß geliebt: Die Osterfeuer locken bis zu 25.000 Menschen an den Elbstrand. Noch ist unklar, ob sie in diesem Jahr stattfinden.
  • Foto: Georg Wendt/dpa

paidOsterfeuer in Blankenese auf der Kippe: Bezirk und Feuerbauer zoffen sich weiter

Zunächst schien alles in trockenen Tüchern zu sein, doch jetzt steht das Osterfeuer am Elbstrand wieder auf der Kippe. Bezirksamt und Feuerbauer können sich einfach nicht einigen.

Es hätte alles so schön sein können: Am Montag übermittelten die Feuerbauer ein unterschriebenes Konsenspapier an das Bezirksamt Altona, mit dem sichergestellt werden soll, dass nach zwei Jahren Corona-Pause wieder Osterfeuer am Elbstrand lodern dürfen. Hätte Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) nun zugestimmt (oder die Feuerbauer nicht neue Anmerkungen in das Konsenspapier aufgenommen), wäre alles in trockenen Tüchern. Hätte – denn eine Zustimmung wird es aufgrund der Änderungen vom Bezirk vorerst nicht geben. „Aus der Rückmeldung ergeben sich für das Amt noch offene Fragen, so dass eine Einigung der beiden Parteien mit dem heutigen Tag noch nicht erzielt und damit die Voraussetzung zur Durchführung der Osterfeuer ebenfalls noch nicht geschaffen wurde“, so Sprecher Mike Schlink. 

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Kommando (vorerst) zurück also. Es ist ein weiteres Kapitel eines erbittert ausgetragenen Streits zwischen den Feuerbauern in Blankenese und der Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne), die das Mega-Event am Ostersamstag mit jedes Jahr mit bis zu 25.000 Besuchern aufgrund von Sicherheits- und Finanzierungsgründen deutlich verkleinern wollte. In den Jahren vor der Pandemie hatte der Bezirk die jährlichen Kosten von 40.000 bis 50.000 Euro übernommen – Berg will die Kosten gerne auf die Veranstalter beziehungsweise Feuerbauer umlegen. Seitdem überziehen sich beide Seiten mit Vorwürfen und suchen nach einem Konsens, um die Feuer dieses Jahr stattfinden zu lassen. Die Feuerbauer wollten vor allem auch verhindern, dass sie in Mithaftung genommen werden.

Beide Seiten hatten zuletzt Zugeständnisse gemacht

Zuletzt hatte sich eine Lösung angebahnt, die nach einem Treffen der Streithähne in einem Konsenspapier seitens des Bezirksamts festgehalten wurde. Beide Seiten hatten dort nach MOPO-Informationen Zugeständnisse gemacht. Die Feuer sollten auf acht Meter Durchmesser und fünf Meter Höhe begrenzt werden, dafür rückt der Bezirk von einem Alkoholverkaufsverbot ab und nimmt die Feuerbauer nicht in finanzielle Haftung. 

Nach – laut Aussagen der Feuerbauer – kleineren Änderungen, die allerdings den Inhalt nicht wesentlich verändert hätten, wurde nun an diesem Montag das Konsenspapier kurz vor Fristende an das Bezirksamt zurückgeschickt. Zu kurzfristig für das Bezirksamt, um Vollzug zu melden. „Die Rückmeldung erfolgte kurz vor Fristende, beinhaltet jedoch – im Vergleich zu dem vom Bezirksamt übermittelten Schreiben – einige Änderungen, die das Bezirksamt zunächst prüfen muss“, so Schlink. 

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Nun stellt sich die Frage nach dem Ausgang der Prüfung. Die Änderungen scheinen aber zumindest für ein solches Unbehagen im Bezirksamt zu sorgen, dass man nicht voreilig Konsens vermelden will. Ein Unbehagen, das die Feuerbauer nicht verstehen können. Der bekannte Rechtsanwalt und Feuerbauer Walter Scheuerl zur MOPO: „Ich kann keine Punkte erkennen, wo man das Papier jetzt noch einmal ändern müsste.“

Noch bleiben zwölf Tage für eine Einigung. 

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