Am Dienstag wurde das neue Fundbüro in Hamburg eingeweiht – es ist das größte in Deutschland.
  • Am Dienstag wurde das neue Fundbüro in Hamburg eingeweiht – es ist das größte in Deutschland.
  • Foto: Florian Quandt

Deutschlands größte Schatzkammer ist eröffnet

Das Sortiment reicht von Marken-Kopfhörern über private Fotoalben oder Fahrräder, bis hin zu Elektrorollern für Senioren. Im neuen Fundbüro in Bahrenfeld ist jede Menge Platz, auch für so manche Kuriositäten. Am Dienstag ist Hamburgs neue Schatzkammer eingeweiht worden. Die MOPO hat sich dort umgesehen.

Dafür, dass in der Luruper Chaussee 125 all die Dinge gelagert werden, die Leute in U-Bahnen, beim Fahrradfahren oder einkaufen inHamburg verlieren, sieht es in Deutschlands größtem Fundbüro ziemlich ordentlich aus. In den Regalen befinden sich Kästen mit den unterschiedlichsten Gegenständen: Barbies, teure Kopfhörer, Zahnbürste, Kuscheltiere. Alles ist akribisch sortiert. Die Sachen sind gut erhalten – in der Hoffnung, dass sie jemand vermisst und bald wieder abholt.

Kopfhörer liegen in einer Kiste im Fundbüro.
Kopfhörer liegen in einer Kiste im Fundbüro. Werden sie nicht abgeholt, werden sie irgendwann versteigert.

„Das Zentrale Fundbüro ist eine wichtige Einrichtung für alle Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, denn nahezu jeder von uns hat schon einmal etwas in der U-Bahn, beim Fahrradfahren oder beim Einkaufen verloren – und ist sehr froh und erleichtert, wenn die persönlichen Sachen gefunden und hier abgegeben werden“, sagte Bezirkssenatorin Katharina Fegebank, die am Dienstagnachmittag gemeinsam mit Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (beide Grüne) zur Einweihung gekommen ist.

Stefanie von Berg (Bezirksamtsleiterin, Grüne, li) und Katharina Fegebank (Grüne) im Fahrrad-Raum.
Stefanie von Berg (Bezirksamtsleiterin, Grüne, li) und Katharina Fegebank (Grüne) im Fahrrad-Raum.

Hamburger Fundbüro: Jährlich werden 50.000 Gegenstände abgegeben

Seit Mitte Juli werden bereits verlorene Dinge entgegengenommen und Besitzern zurückgegeben. In den neuen Räumen unweit der Trabrennbahn sei der Empfangsbereich für die Kunden nicht nur heller und offener, es könnten theoretisch auch mehr Kunden gleichzeitig bedient werden, teilte das Fundbüro mit. Noch werden die Besucher jedoch coronagerecht gelenkt. 16 Mitarbeiter gibt es und rund 50.000 Fundsachen im Jahr – und manchmal sind merkwürdige Dinge dabei.

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„Es hat mal jemand einen Crosstrainer in der U-Bahn vergessen. Das verpackte Gerät fuhr von Station zu Station, bis jemand bemerkte, dass etwas nicht stimmt. Schließlich landete es bei uns im Fundbüro“, sagt der Leiter Peter Jander. Zu den neuesten Fundstücken gehört ein großer, weißer Teddy, der womöglich gerade erst beim Hamburger Dom gewonnen wurde (bisher vermisst ihn niemand) und ein altes, privates Fotoalbum. Dies wurde ebenfalls in der Bahn vergessen und landete schon vor Jahren im Fundbüro.

Eines der neusten Fundstücke: ein großer, weißer Teddy vom Hamburger Dom.
Eines der neusten Fundstücke: ein großer, weißer Teddy vom Hamburger Dom.

In den vergangenen Wochen sind rund 18.000 Fundsachen vom alten Standort in der Bahrenfelder Straße ins neue Quartier umgezogen. Darunter rund 1200 Fahrräder, zahlreiche Handys, Schlüssel, Jacken und Taschen. Der Umzug war nötig, weil das bisherige Gebäude künftig als Stadtteilschule genutzt werden soll. Das neue Fundbüro umfasst rund 4700 Quadratmeter und 41 Räume. Im Moment gibt es nur Online-Versteigerungen. Sobald die Corona-Pandemie es zulässt, soll es auch wieder Präsenzversteigerungen geben. (sd/dpa)

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