Hamburg: Die Störche Fiete und Erna haben es sich mit ihren vier jungen in Curslack gemütlich gemacht – mit bestem Ausblick.
  • Hamburg: Die Störche Fiete und Erna haben es sich mit ihren vier jungen in Curslack gemütlich gemacht – mit bestem Ausblick.
  • Foto: Patrick Sun

Hamburger Störche stellen Rekord auf

Es sieht so aus, als ließen die vier Storchenkinder die Schultern ein wenig hängen lassen – kein Wunder bei Dauerregen und deutlich kälteren Temperaturen als an den Tagen zuvor. Am Fuße des Storchennests, mitten in einem Garten in Curslack, erklärt der ehrenamtliche Nabu-Beauftragte Jürgen Pelch gerade, dass die Störche in Hamburg in diesem Jahr einen Rekord aufgestellt haben: 29 Brutpaare ziehen 77 Jungtiere groß. Es hätten sogar 80 Jungtiere sein können, wenn das Wetter besser gewesen wäre. 

Der Storchen-Experte freut sich über die positive Entwicklung der Storch-Population: „Es ist wunderbar, dass die alte Rekordmarke in diesem Jahr geknackt wurde, 77 Jungtiere ist ein tolles Ergebnis.“ Der letzte Rekord war im Jahr 2014 mit 73 Jungtieren, im vergangenen Jahr wurden 70 Störche großgezogen.

Hamburg: 29 Storchenpaare und 77 Jungtiere

„Die Brutsaison war durchwachsen“, sagt Jürgen Pelch. Zusammen mit Umweltsenator Jens Kerstan (SPD), dem Vorsitzenden des Nabu Hamburg, Malte Siegert, und der Storchenschutz-Schirmherrin des Nabu Hamburg, Ombeni Stickdorn-Ngonyani, stellt er die Störchenbilanz vor.

Am 16. Februar kam der erste Weißstorch in Hamburg an. Als erstes kommen die Männchen aus ihren Winterquartieren in Afrika oder Spanien und richten den Horst, also das Nest, wieder her. Störche kommen jedes Jahr an den selben Ort zurück. So auch in Curslack, erst kam Fiete und dann seine Erna – sie sind die Stars unter den Nabu-Störchen, denn ihr Leben kann jeder auf der Livekamera verfolgen.

Hamburg: Die kleinen Störche sitzen alle im Kreis und stecken bei dem schlechten Wetter die Köpfe zusammen. Ein Elterntier passt auf.
Hamburg: Die kleinen Störche sitzen alle im Kreis und stecken bei dem schlechten Wetter die Köpfe zusammen. Ein Elterntier passt auf.

Hamburg: Kalter Frühling erschwerte Storchen-Aufzucht

Im April hatte Pelch sogar noch 40 Brutpaare gezählt. Davon hatten elf leider keinen Bruterfolg. Einige Störche mussten sogar um ihr Zuhause Horst kämpfen, denn Gänse hatten ihnen Horste mit Blick über die Vier- und Marschlande streitig gemacht.

Das außergewöhnlich kalte Wetter hatte die Aufzucht erschwert: Starkregen, Hagelschauer und Stürme sind hoch oben im Horst nicht angenehm. „Wenn es zu kalt und nass ist, dann können die Jungtiere erfrieren oder bekommen Probleme mit der Lunge“, erklärt Pelch.

Hamburg: Storch-ExperteJürgen Pelch beim beobachten seiner Schützlinge.
Hamburg: Storch-Experte Jürgen Pelch beim beobachten seiner Schützlinge.

Hamburg: Storche reisen spätestens im August wieder ab

Einige Störche kamen erst im April und Mai in Norddeutschland an, was ungewöhnlich ist. Aufgrund des kalten Wetters saßen einige Tiere über mehrere Wochen in der Türkei fest und konnten nicht weiterfliegen. „So auch der Storch Ombeni, der aus Namibia zurückkehrte und sein angestammtes Nest nicht mehr zurückerobern konnte“, sagt Pelch.

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Noch bis Anfang August lohnt es sich, zum Spaziergang in den Vier- und Marschlanden ein Fernglas oder eine Kamera mitzunehmen und die Tiere zu beobachten. Dann machen sie sich auf die Reise in ihre Winterquartiere in Spanien, Portugal und Afrika.

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