Eine Frau hält ein Schild mit den olympischen Ringen und „Im Ernst“ hoch
Eine Frau hält ein Schild mit den olympischen Ringen und „Im Ernst“ hoch
  • Eine olympiakritische Demonstrantin hält 2014 in Hamburg ein Schild hoch. Nun möchte sich Hamburg möglicherweise wieder bewerben – für 2036 bzw. 2040. Wie sehen das die Hamburger heute?
  • Foto: dpa | Markus Scholz

Neue Olympia-Bewerbung? „Touristen könnten sehen, wie toll Hamburg ist!“

Vor sieben Jahren sprachen sich die Hamburger gegen Olympische Spiele in Hamburg im Jahr 2024 aus, plötzlich steht eine Bewerbung für die Spiele in den Jahren 2036 oder 2040 im Raum. Sollen die Olympischen Spiele dann nach Hamburg kommen? Die MOPO hat nachgefragt – eine eindeutige Tendenz scheint es unter den Hamburgern nicht zu geben.

Piero, 26 Bahrenfeld – Musicaldarsteller / Patrick Sun
Ein junger Mann steht vor dem Altonaer Bahnhof
Piero O., 26 Bahrenfeld – Musicaldarsteller

„Die Olympischen Spiele würden ein ‚Push‘ für Hamburg sein. Hamburg würde einen Zuwachs des Tourismus bekommen und könnte dadurch auch einen finanziellen Vorteil haben“, sagt Piero O. Der 26-Jährige aus Bahrenfeld arbeitet als Musicaldarsteller und erzählt, selber nicht sehr interessiert an derartigen Sportveranstaltungen zu sein, das Interesse der Menschen aber verstehen zu können.

Lisa, 42 Altona – Käsehändlerin / Patrick Sun
Eine Frau steht vor einem Marktstand in Ottensen
Lisa G., 42 Altona – Käsehändlerin

Das sieht Lisa G. (42) ganz anders: „Ich möchte Olympia nicht in Hamburg haben. Prinzipiell finde ich zwar den sportlichen Aspekt der Veranstaltung interessant, es ist aber schade, dass der Prunk und nicht der Sport im Vordergrund stehen.“ Die Käsehändlerin aus Altona sieht zudem den Aspekt der Umweltverschmutzung durch die Olympischen Spiele kritisch: „Generell bin ich der Meinung, dass Olympia zu teuer und die Umweltverschmutzung auch zu hoch wäre.“

Erst 2015 hatten die Hamburger dem nach heftigen Diskussionen eine Absage erteilt, jetzt bringt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) das Thema erneut aufs Tableau. Bei der Innenbehörde unter Andy Grote (SPD) stößt das auf offene Ohren.

Xenia,27 IT- Projektleiterin & Manuel, 28 – Web-Entwickler beide Ottensen / Patrick Sun
Ein junges Paar steht Arm in Arm vor dem Altonaer Bahnhof
Xenia V.,27 IT- Projektleiterin & Manuel S., 28 – Web-Entwickler beide Ottensen

Positiver sehen das Xenia V.(27) und Manuel S. (28) aus Ottensen. „Hamburg ist eine tolle Stadt und es wäre toll wenn mehr Menschen das sehen könnten. Durch die Olympischen Spiele läge der Fokus mehr auf Hamburg und Touristen könnten sehen, dass Deutschland auch noch andere Städte als nur Berlin, München und Frankfurt zu bieten hat“, finden die IT-Projektleiterin und der Web-Entwickler. „Wir würden hingehen!“

Pawel, 33 Ottensen – Data Scientist / Patrick Sun
Ein Mann mit einer Mütze steht lächelnd vor dem Altonaer Bahnhof
Pawel M., 33 Ottensen – Data Scientist

Eine große Frage sei das „danach“, findet Pawel M.. Der 33-jährige Data-Scientist aus Ottensen hat eine klare Meinung: „Ich finde nicht, dass es eine gute Idee wäre die Olympischen Spiele nach Hamburg zu holen. Es wird schwierig sein, die extra dafür errichteten Bauten im Nachhinein wieder umzugestalten und ich sehe darin keine langfristigen Vorteile für die Bevölkerung. Es wäre kontraproduktiv leere Hallen zu haben, wo auch Wohnraum oder ähnliches entstehen könnte.“

Kathrin, 50 Ottensen – Selbstständig / Patrick Sun
Eine Frau in roter Jacke steht lachend vor dem Altonaer Weihnachtsmarkt
Kathrin B., 50 Ottensen – Selbstständig

Dem widerspricht Kathrin B. (50) aus Ottensen: „Olympia könnte etwas für die Stadt bewirken und Hamburg voran bringen“, sagt sie. Ihre Idee wäre es, die Spiele im Hamburger Hafen stattfinden zu lassen. „Hamburg sollte aufhören, die Elbe immer weiter zu vertiefen und anfangen den Hafen anders zu nutzen.“

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