• Die Stint-Population in der Elbe sinkt.
  • Foto: picture alliance/dpa

Neue Elbe-Studie: Das sind die Gründe für den massiven Stint-Rückgang

Nicht nur Menschen sind Stress-sensibel, auch Stinte sind es – und der Stress für den Stint habe seit dem Jahr 2000 stark zugenommen, heißt es in einer neuen Studie der Stiftung Lebensraum Elbe. Die Ursachen dafür sind unterschiedlicher Natur. 

Ein großes Problem ist dem Gutachten zufolge, dass Kraftwerke wie das in Hamburg-Moorburg Kühlwasser aus der Elbe entnehmen. Beim Mühlenberger Loch sind große Flachwasserbereiche verloren gegangen, die dem Stint früher als Rückzugsraum gedient haben. Doch nicht nur der Rückzugsort der Fische schwindet.

Stint-Rückgang: Sauerstoffgehalt der Elbe sinkt

Wie der „NDR“ berichtet, kam bei einer Erhebung am Kraftwerk Moorburg heraus, dass dort innerhalb eines Jahres etwa 20 Tonnen Stint und 15 Tonnen Stintlarven sterben, wenn dort das Kühlwasser entnommen wird. 

Hinzu kommt, dass weniger Wasser die Elbe hinab fließt und der Sauerstoffgehalt sinkt – die Bagger-Arbeiten in der Elbe schränken den Lebensraum der Stinte ebenfalls ein

Das könnte Sie auch interessieren: Baumkahlschlag in Hamburg – Das hat die Stadt mit der Außenalter vor

BUND, Nabu und WWF fordern daher einen Stopp aller Baggerarbeiten in der Elbe bis Ende Juni. Baggerarbeiten mittels „Wasserinjektionsverfahren“ haben einen besonders schädlichen Einfluss auf die Stint-Bestände der Elbe. Bei dem Verfahren werden jährlich viele Millionen Kubikmeter Wasser entnommen und in den Elbgrund gepresst, um so das Sediment zu verflüssigen. In dem Wasser befinden sich sowohl die Eier, als auch die Larven der Stinte, die den Vorgang nicht überleben. 

Video: Senat gegen Umwelt-Urteil

Der Stint ist ebenfalls die Nahrungsgrundlage für viele größere Fische, Seeschwalben und andere Vögel: „Der bisherige Rückgang der Stintbestände hat bereits heute negative Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem der Tideelbe. Brechen die Stintbestände endgültig zusammen, wären auch diese Arten für die Elbe wohl für immer verloren,“ so das Bündnis. (vd)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp