Demo vor Gruner + Jahr: Aktivisten von „Extiction Rebellion“ fordern mehr Berichterstattung über Klimakrise und Artensterben.
  • Demo vor Gruner + Jahr: Aktivisten von „Extiction Rebellion“ fordern mehr Berichterstattung über Klimakrise und Artensterben.
  • Foto: Citynews

Nackt-Demo: Klima-Aktivisten ziehen vor Hamburger Medienhäusern blank

Nackte Tatsachen: Mit freiem Oberkörper haben Hamburger Klima-Aktivisten von „Extinction Rebellion“ vor den Verlagshäusern von  „Gruner + Jahr“, dem „Spiegel“ und dem Hamburger ZDF-Büro demonstriert. Vor der „Bauer Media Group“ klebten sich mehrere halbnackte Demonstranten an die Fassade. Ihre Forderung: Die Medien müssten mehr über die Klimakrise berichten. Bundesweit liefen zeitgleich ähnliche Aktionen vor Sendern und Medienhäusern.

Rund 130 zumeist junge Demonstranten und Demonstrantinnen waren vor die Verlagshäuser in der Hamburger City gezogen, wo etwa zehn von ihnen ihre Oberkörper entblößten und den Schriftzug „Kimakrise“ auf nackter Haut präsentierten. Am Standort der Bauer Media Group in der Burchardtstraße klebten sich mehrere junge Männer und Frauen trotz Regens und Kälte mit freien Oberkörpern an die Backsteinfassade, müssen nun von medizinischem Personal befreit werden. Die Nacktheit solle die Verletzlichkeit der Menschen angesichts der Klimakatastrophe symbolisieren, erklärt Sprecher Jukka Kilgus gegenüber der MOPO. Den Begriff „Klimawandel“ lehnt die weltweite Bewegung als „verharmlosend“ ab.

Hamburg: Die Forderungen von Extinction Rebellion

Exstinction Rebellion ist für extreme Aktionen bekannt. Hamburger Aktivisten blockierten etwa mehrfach die Köhlbrandbrücke und sorgten für Verkehrschaos. „Mit normalen Demos erreicht man kein Gehör“, so Jukka Kilgus:„Wir blockieren die Infrastruktur, bis unsere Forderungen übernommen werden.“ Dazu gehören Klimaneutralität bis 2025 und die Einrichtung von „Bürger:innenräten“, deren Klimaentscheidungen die Regierung ausführen müsste.

Auf Twitter erklärten die Aktivisten: „Heute fordern wir: #KlimakriseAufDenSchirm! Denn die nackte Tatsache ist: Die Klimakrise ist schon hier!“

Hamburg: Aktivisten ziehen vor Medienhäuser blank

Die Medien müssten den Menschen Klimakrise und Artensterben bewusster machen, so die Forderung, und „häufiger kritische Journalisten, Experten und Umweltwissenschaftler in der Primetime und auf den Titelseiten zu Wort“ kommen lassen. 

Bei Gruner + Jahr erscheint das Magazin „Stern“, das im vergangenen Jahr eine Ausgabe zusammen mit „Fridays for Future“ gestaltete, die sich ausschließlich mit dem Klimawandel befasste. Die Zusammenarbeit mit den jungen Aktivisten brachte der Redaktion Lob, aber auch scharfe Kritik ein. 

„Extinction Rebellion“: Rathaus mit Farbe beschmiert

Es bereits der zweite Aktionstag der Klimarebellen in Hamburg: Am Mittwoch legten die Aktivisten den Verkehr auf der Köhlbrandbrücke lahm und beschmierten das Rathaus mit rosafarbener Kreidefarbe ( „Uns steht das Wasser bis zum Hals“). Die „Klima-Rebellionswoche“ in Hamburg soll noch bis zum 28. Mai laufen.

Demo vor Bauer

Um kurz nach 15 Uhr demonstrierten die Klima-Aktivisten auch vor dem Verlagshaus von „Bauer“ in der City. 

Foto:

Marius Röer

Bundesweit wurde am Donnerstag vor Medienhäusern demonstriert: In München ketteten sich drei „Extinction-Rebellion“-Anhänger im Empfangsbereich des Bayerischen Rundfunks (BR) in München an einen Tisch. Zwei Männer klebten zudem jeweils eine ihrer Hände mit Sekundenkleber am Empfangstresen fest.

Klima-Aktionen auch in anderen deutschen Städten

Die Gruppe verlas eine Botschaft per Video und streamte ihren Protest ins Netz. In München waren zudem bestimmte Zeitungsverkaufskästen mit Plakaten der Aktivisten zur Klimakrise überklebt.

In Leipzig wurde vor dem Gelände des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) ein verhülltes „Denkmal“ aufgestellt. Vor dem Südwestrundfunk (SWR) in Stuttgart kamen ebenfalls Anhänger der Bewegung zusammen.

Der MDR machte nach eigenen Angaben den Aktivisten ein Gesprächsangebot. Der SWR lud nach eigenen Angaben die Klimaaktivisten ein, die Klimaberichterstattung im Sender mit Programmmachenden kennenzulernen.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp