Umstrittener ARD-Talk: Moderator Steffen Hallaschka mit seinen Gästen Jürgen Milski, Micky Beisenherz, Janine Kunze und Thomas Gottschalk (von links).
  • Umstrittener ARD-Talk: Moderator Steffen Hallaschka mit seinen Gästen Jürgen Milski, Micky Beisenherz, Janine Kunze und Thomas Gottschalk (von links).
  • Foto: WDR/Max Kohr

Nach TV-Talk: Hamburger erklärt: Darum sollte niemand das Z-Wort verwenden

Es ging um diskriminierende Sprache – doch ausgerechnet diejenigen, die davon betroffen sind, kamen gar nicht erst zu Wort: Vier Promis haben am Freitag in der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ darüber diskutiert, ob es in Ordnung ist, wenn Grillsaucen diskriminierende Begriffe im Namen tragen. Im Netz sorgte die Sendung für massive Kritik und Rassismusvorwürfe. Im MOPO-Interview spricht Christian Rosenberg vom Sinti-Verein Hamburg über die Vorurteile, mit denen seine Community immer wieder konfrontiert ist – und erklärt, warum es eben nicht okay ist, das Z-Wort zu verwenden.

Unter anderem ging es in der WDR-Talkrunde um die Frage: „Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?“ Eingeladen waren mit Moderator Thomas Gottschalk, Schauspielerin Janine Kunze, Mallorca-Sänger Jürgen Milski und Autor Micky Beisenherz ausschließlich weiße Gäste.

Besonders im Fokus stand eine Aussage von Kunze, die sagte, sie habe sich „über viele Worte nie Gedanken gemacht“. „Haltet mich für naiv, nein, sie gehören dazu“, führte sie weiter aus.

WDR-Talk „Die letzte Instanz“: Massive Kritik an Gästen

Scharfe Kritik gab es auch an Thomas Gottschalk, der angab, bei einer Kostümparty in Los Angeles mit Jimi-Hendrix-Verkleidung das erste Mal erfahren zu haben, „wie sich ein Schwarzer fühlt“.

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Umstrittener ARD-Talk: Moderator Steffen Hallaschka mit seinen Gästen Jürgen Milski, Micky Beisenherz, Janine Kunze und Thomas Gottschalk (von links).

Foto:

WDR/Max Kohr

Auf Twitter empörten sich im Anschluss viele Zuschauer darüber, dass die Gäste „empathielos“, „unkritisch“ und „naiv“ mit dem Thema Alltagsrassismus umgegangen seien und rassistische Begriffe verteidigt hätten.

Im Anschluss an die Diskussion sollten die Gäste mit Pappkarten darüber abstimmen, ob die Umbenennung der Sauce denn notwendig gewesen sei – alle vier Gäste verneinten das.

WDR-Talk „Die letzte Instanz“: Kunze und Beisenherz entschuldigen sich

Nachdem der WDR bereits eingeräumt hatte, dass die Sendung nicht so gelaufen sei „wie wir es geplant und uns vorgestellt hatten“, entschuldige sich Kunze: „Mir ist klar geworden, dass ich Menschen, insbesondere die der Sinti- und Roma-Community, mit meinen unbedachten Äußerungen zutiefst verletzt, als auch diskriminiert habe“, schrieb sie bei Instagram.

Auch Micky Beisenherz, der unter anderem für die MOPO als Kolumnist tätig ist, entschuldigte sich: „Wenn ich Leute enttäuscht habe, dann tut mir das aufrichtig leid, denn das möchte ich nicht“, erklärte er. Und: „Wenn da vier Kartoffeln sitzen und über Rassismus mit Karten abstimmen, dann ist im Kern ja schon mal etwas falsch, das kannst du so einfach nicht machen.“

Video-Interview: Darum ist das Z-Wort ein Problem

Die Umbenennung einer Knorr-Grillsauce in „Paprikasauce Ungarische Art“ im Sommer vergangenen Jahres sorgt immer wieder für hitzige Diskussion – häufig geführt ohne diejenigen, die mit dem Z-Wort betitelt werden. Im MOPO-Video (oben) erklärt Christian Rosenberg vom Sinti-Verein Hamburg, warum die Verwendung des Wortes ein Problem ist und wie Sinti und Roma mit Stigmatisierung und Vorurteilen zu tun haben. (nzo/due)

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