Das Rolltreppen-Drama in Bergedorf geht weiter: Nach schwerem Busunfall ist die Rolltreppe wieder für mehrere Monate gesperrt.
  • Das Rolltreppen-Drama in Bergedorf geht weiter: Nach schwerem Busunfall ist die Rolltreppe wieder für mehrere Monate gesperrt.
  • Foto: dpa (Symbolbild)

Nach schrecklichem Bus-Unfall: Das Bergedorfer Rolltreppen-Drama geht weiter

Bergedorf –

Treppe runter, Treppe rauf: Barrierefreiheit ist am Bergedorfer Bahnhof nur ein Teilzeitvergnügen. Gerade funktionierten Rolltreppe und Fahrstuhl am Übergang zum ZOB tatsächlich einmal zur gleichen Zeit, da passierte am 13. Mai der dramatische Busunfall. Die Rolltreppe ist nach fast einem Jahr Reparatur wieder gesperrt – wohl bis Ende des Jahres. Die Politik fordert jetzt einen zweiten Fahrstuhl.

Auf der Zwischenebene am Bergedorfer Bahnhof herrscht zur Rush-Hour Hochbetrieb. Von der S-Bahn geht es in Richtung ZOB. Doch vor der Rolltreppe gab es monatelang Stau. Denn: Eine Seite war komplett gesperrt, Handwerker nie zu sehen. Erst vor einigen Wochen konnte die Rolltreppe tatsächlich wieder genutzt werden.

Video: Ein Bus krachte in den Eingangsbereich des Bahnhofs

Busunfall in Bergedorf: Rolltreppe wieder defekt

Am 13. Mai nahm die kurze Freude allerdings ein jähes Ende: Ein VHH-Bus krachte direkt in den ZOB und beschädigte die gerade erst reparierte Rolltreppe erneut. Das erneute Rolltreppen-Problem rückt wieder in den Fokus der Bergedorfer Bezirksversammlung: Der Kampf um einen dauerhaft barrierefreien Bahnhof geht weiter.

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„Aufgrund der fatalen Situation entwickelt sich Bergedorf zu einem Nadelöhr“, sagt Bezirkspolitikerin Maria Westberg (Linke) zur MOPO. Viele Bergedorfer würden bereits auf die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel verzichten: „Sie sind es leid“, sagt sie. Anstatt der Bahn wird das Auto wieder häufiger zur Alternative.

Hamburg: Schnellere Reparaturen an den Bahnhöfen

Im neuen Koalitionsvertrag von SPD und Grüne ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein wichtiger Punkt. Doch nicht nur die Strecken, sondern auch die Bahnhöfe müssen ausgebaut und anfallende Reparaturen deutlich schneller durchgeführt werden. „Die Bahn sollte die Instandhaltungsteile vor Ort haben“, sagt Westberg.

Denn genau das war das Problem der monatelang gesperrten Rolltreppe. „Es handelte sich um einen Wellenschaden“, so eine Sprecherin der Deutschen Bahn. „Die Reparatur war nur durch eine Einzelfertigung der Welle möglich.“

Derzeit geht die Bahn davon aus, dass durch den Unfall beide Rolltreppen ausgetauscht werden müssen. Bis Ende des Jahres könnte die Sperrung bestehen bleiben.

Bahnhof Bergedorf: Ein zweiter Aufzug ist geplant

Fällt dann auch der Fahrstuhl aus, ist es beispielsweise für Menschen mit Handicap oder Kinderwagen fast unmöglich die Bus-Ebene zu erreichen. Aus diesem Grund fordert die Bezirksversammlung jetzt einen zweiten Fahrstuhl. Die nötigen Voraussetzungen seien am Bahnhof gegeben.

Nach Angaben der Bahn wurde bereits im vergangenen Jahr der Einbau eines zweiten Aufzugs vereinbart, die Umsetzung soll allerdings erst im Jahr 2022 erfolgen. Jörg Froh (CDU) teilte der „Bergedorfer Zeitung mit“: „Nach unseren Recherchen beim Aufzug-Hersteller, würde er den zusätzlichen Lift im ZOB in nur vier Monaten einbauen können.“

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