Eine Teilnehmerin der Corona-Demo am Samstag in Berlin richtet ihr Handy auf die Gegendemonstranten.
  • Eine Teilnehmerin der Corona-Demo am Samstag in Berlin richtet ihr Handy auf die Gegendemonstranten.
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Nach Corona-Demo: Abrechnung mit „Covidioten“ wird zum Facebook-Hit

Hamburg/Berlin –

Etwa 17.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Berlin gegen die Corona-Regeln. Mundschutz tragen und Abstand halten? Fehlanzeige. In einem Facebook-Beitrag hat der Hamburger Verleger Stefan Kruecken (45, Ankerherz Verlag) seinem Ärger über die Teilnehmer Luft gemacht – und erhielt in kürzester Zeit zehntausende Reaktionen.

Unter lauten Rufen wie „Wir sind die zweite Welle“ und „Wir sind das Volk“, zogen die Demonstranten durch Berlin. Einige Plakate und Fahnen offenbarten, dass sich auch Rechtsextreme unter den Teilnehmern befanden. Die Kundgebung im Anschluss wird aufgelöst, zu viele Menschen halten sich weder an die Mundschutz- noch an die Abstandsregeln. Gegen den Initiator läuft nun ein Ermittlungsverfahren.

Corona-Demo in Berlin: „Karnevalsumzug des Irrsinns“

Stefan Kruecken, Verlagsleiter des „Ankerherz“-Verlags, setzt sich seit Jahren öffentlich gegen Hass und Hetze ein. Auf Facebook verlieh er am Samstag seinem Ärger über die Demo Ausdruck: „Was wir heute in Berlin sehen, ist ein Karnevalsumzug des Irrsinns“, schreibt Kruecken. Angesichts steigender Infektionszahlen und Experten-Warnungen vor einer zweiten Welle, sei er bei solchen Bilder „wütend“ und „ratlos“.

Ankerherz-Verlag: Abrechnung wird zum Facebook-Hit

„Diese Menschen gefährden die Gesundheit meiner Familie. Sie gefährden die Existenz meines Unternehmens“, schreibt Kruecken. „Ich fordere, dass solche ,Demonstrationen‘ künftig nicht mehr in solcher Form ablaufen dürfen.““

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Mit seiner Meinung ist Kruecken auf Facebook nicht allein, fast 34.000 Nutzer drücken den „Gefällt mir“-Button unter seinem Beitrag. Mit Worten wie „Danke“ und „Ich gebe dir völlig Recht“ beginnen die meisten der Kommentare. Doch der Autor erhält auch Drohungen von anderer Seite.

Hamburger Verleger als „widerliche Systemhure“ beschimpft

In einem zweiten Beitrag am Sonntag macht Stefan Kruecken diese öffentlich: „Mario aus Zwickau schreibt mir, ich sei eine ,widerliche Systemhure‘, die schon bald ,zur Rechenschaft‘ gezogen wird, weil mir der Staat mit Beginn der ,Neuen Weltordnung‘ nicht helfen kann.“

Kruecken will sich von solchen Aussagen jedoch nicht beeindrucken lassen, er vertraue auf den Rechtsstaat und hoffe auf ein Verbot solcher Demos. Solche Aussagen seien ein Hohn für die Angehörigen der Opfer des Corona-Virus.„Was mir Sorge macht sind die Folgen, die dieses Verhalten für unsere Gesundheit und unsere wirtschaftliche Entwicklung bedeuten.“ (abu)

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