• Die Große Freiheit 36 ist komplett mit Plakaten zugekleistert.
  • Foto: privat/hfr

Nach Boykottaufruf: „Docks” und „Große Freiheit” äußern sich – und sehen sich im Recht!

Es hat lange gedauert, doch jetzt melden sich Docks und Große Freiheit 36 zu Wort. Die beiden Hamburger Traditionsclubs stehen zurzeit massiv in der Kritik. Der Vorwurf: Corona-Verschwörungsideologen eine Plattform zu bieten – inklusive Akteuren, die auch im rechten Spektrum beheimatet sind. Die Konsequenz: Eine Vielzahl an Veranstaltern will die Clubs künftig boykottieren. Die wiederum sehen sich nun in einer Stellungnahme zu Unrecht verurteilt. 

Es ist ein philosophischer Einstieg. Die Eigentümer von Docks und Große Freiheit 36 bemühen Voltaire, einen der einflussreichsten Denker der Aufklärung: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst“, und damit ist der Stellungnahme der Clubbetreiber auch schon die Stoßrichtung gesetzt.

Docks und Große Freiheit 36 sehen sich als Verfechter der Demokratie

Sie, das Docks und die Große Freiheit 36, seien die Verfechter einer Demokratie, die angeblich wegen Corona unter Beschuss gerate. „Wir beteiligen uns nicht daran, Meinungen zu unterdrücken oder zu bekämpfen“, heißt es. Und weiter: „Wir hoffen, dass sich eine Politik der Unterdrückung von Ansichten in unserer Stadt niemals durchsetzen wird.“

Zur Erinnerung: Die beiden Clubs haben seit dem vergangenen Jahr an ihren Wänden Plakate aufgehängt, die sich vorgeblich kritisch mit der Corona-Pandemie und der Politik auseinandersetzen.

Ein Aushang am Musikclub Docks

Das Plakat, das wohl endgültig das Fass zum Überlaufen brachte.

Foto:

privat/hfr

Zuletzt scheute man sich beim Docks nicht einmal mehr davor, auf Personen wie Ken Jebsen zu verweisen, der seit Jahren ein Geschäft mit Verschwörungserzählungen betreibt und auf Resonanz bis in die rechtsextreme Szene stößt. 

Clubs übernehmen keine Verantwortung für die Inhalte an ihren Außenfassaden

Das Docks und die Große Freiheit 36, die diesen Stimmen öffentlichkeitswirksam ihre Außenfassade leihen, sehen sich jedoch nicht in der Verantwortung für die Inhalte. „Wir sind in den Fokus geraten, weil wir Meinungen an unseren Fassaden eine Plattform geboten haben, ob wir diese nun teilen oder nicht.“ Alle Plakate seien von der Meinungsfreiheit gedeckt, sie könnten daher „per se nicht demokratiefeindlich sein.“

Weder das Docks noch die Große Freiheit 36 würden künftig die Wände abbauen, man werde aber „als deutliches Zeichen dafür, dass wir für Toleranz, Meinungspluralität und friedlichen Diskurs stehen, die Wände für die Meinungen von Maßnahmenbefürwortern und Maßnahmenkritikern öffnen.“ Von Rassismus, Nationalismus, Faschismus, Extremismus und Gewalt distanziere man sich.

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In ihrer Stellungnahme gehen die beiden Clubs nicht konkret auf den angekündigten Boykott einer Vielzahl von Veranstaltern ein, verweisen jedoch darauf, dass man in schwierigen Zeiten zusammenstehen müsse.

Ob dies nun geschieht, darf bezweifelt werden.

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