Diesen Brief schrieb Hans-Jürgen Peters als kleiner Junge an die Eltern: „Morgens gibt es Kesebrot und Margeladebrot.“
  • Diesen Brief schrieb Hans-Jürgen Peters als kleiner Junge an die Eltern: „Morgens gibt es Kesebrot und Margeladebrot.“
  • Foto: Judith Fuchs-Eckhoff

Nach 72 Jahren: In Hamburger Luxus-Hotel: Gast entdeckt Brief aus seiner Kindheit

Nienstedten –

Das legendäre Louis C. Jacob an der Elbchaussee hat eine über 200-jährige Geschichte. Hier dinierten einst Berühmtheiten wie Maria Callas und Zarah Leander. Was viele Hamburger nicht wissen: Es war nach dem Krieg auch für kurze Zeit ein Kinderheim. Jetzt entdeckte Hans-Jürgen Peters dort einen Brief wieder, den er damals an seine Eltern geschrieben hatte.

Als Hans-Jürgen Peters kürzlich seine Frau Heidi im Louis C. Jacob zum Essen ausführte, hat er vielleicht daran gedacht, wie er 1948 hier einquartiert war, damals, als er acht Jahre alt war und das Luxushotel kurzzeitig ein Kinderheim. Doch dass er mit seinen 81 Jahren an der Elbchaussee plötzlich einen kleinen historischen Schatz aus seiner Kindheit in Händen halten würde, darauf wäre er sicher nicht gekommen.

Hamburger Luxus-Hotel war Kinderheim

Hans-Jürgen Peters im Jacob zu Gast.

Hans-Jürgen Peters und seine Ehefrau sehen sich im Louis C. Jacob alte Fotos aus der Nachkriegszeit an, als er dort im Kinderheim war.

Foto:

Judith Fuchs-Eckhoff

Mehr als 70 Jahre ist es her, dass Peters zuletzt im Louis C. Jacob war. Bei seinem Besuch jetzt kam er zufällig mit der Direktorin Judith Fuchs-Eckhoff ins Gespräch, erzählte ihr von seiner Zeit im Heim. Peters war zwar keine Waise, aber er musste nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren aufgepäppelt werden, wie viele andere Kinder dort. Er erwähnte auch den Brief, den er seinen Eltern damals geschrieben hatte.

Hans-Jürgen Peters als 9 jähriges Kind

Hans-Jürgen Peters als kleiner Junge kurz nach dem Krieg (1948).

Foto:

Judith Fuchs-Eckhoff

Hamburger Hotel Louis C. Jacob: Fund im Tresor

Da klingelte etwas bei der Direktorin. Fuchs-Eckhoff hatte nämlich beim Aufräumen einmal einen solchen Brief gefunden und ihn im Direktionssafe aufbewahrt. Und als sie ihn holte, stellte sich tatsächlich heraus, dass es der Brief von Hans-Jürgen Peters an seine Eltern war.

Brief Vorderseite

Der Briefumschlag mit der Post für Peters Eltern: 100 Jahre Hagenbeck und eine alte Briefmarke zieren den Umschlag.

Foto:

Judith Fuchs-Eckhoff

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In dem Brief schreibt er seinen Eltern in Rotherbaum und schwärmt vom leckeren Essen. Mit der Rechtschreibung hapert es dabei noch etwas: „Wie geht es Dir? Wir sind 6 Mann. Morgens gibt es Kesebrot und Mageladebrot und Butterbrot. Euch grühst Euch herzlich Hans-Jürgen Peters“

Das Hotel Louis C. Jacob in Hamburg.

Das Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee war nach dem Krieg kurze Zeit ein Kinderheim.

Foto:

Imago

Der Brief kam zwar bei den Eltern damals an, auf Umwegen aber Jahre später wieder zurück ins Hotel Louis C. Jacob.

Hamburger Hotel: Gast ist gerührt über Brief

Unendlich gerührt zeigte sich der Rentner, der in Hamburg zunächst zur See gefahren war und dann Beamter wurde, von diesem Erinnerungsstück. Peters war damals gut aufgepäppelt zu seinen Eltern zurückgekehrt, die zum Glück beide den Krieg überlebt haben. Ein Happy End, an das Peters, der heute in Buchholz wohnt, jetzt ganz unerwartet noch einmal erinnert wurde.

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