Der MOPO-Test: Wie fährt es sich auf der Veloroute Nummer 11 in Hamburg?
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  • Foto: a.seifert

Veloroute 11: Parkidylle und Hafenflair

Dauerbaubestelle vor dem Elbtunnel, Bahnfahrten in Corona-Zeiten auch keine optimale Alternative – also höchste Zeit, endlich einmal mit dem Fahrrad in die City zu fahren. Wozu gibt es die Velorouten, die immer weiter ausgebaut werden und den Weg in die Stadt unkompliziert machen sollen? Von Harburg aus starten wir mit einem normalen Tourenrad – 20 Kilometer unbekannte Wegstrecke liegen vor uns.


Das mühsame Vorbereiten mit Online-Wegbeschreibungen und Internet-Kartenmaterial hätte ich mir sparen können. Die Velorouten sind tatsächlich und wider Erwarten sehr gut ausgeschildert (wenn man erstmal herausgefunden hat, wo ein guter Startpunkt sein könnte). Wir werden der Nummer 11 folgen – von Harburg über Wilhelmsburg durch den Alten Elbtunnel.

Eißendorf
Los geht es an der TU Harburg. Wer kein eigenes Rad besitzt oder nutzen möchte, kann sich an der Denickestraße auch ein Stadtrad ausleihen und dann die verkehrsberuhigte Straße Richtung Harburg Zentrum entlangfahren. Zwar gibt es ein paar kleinere Baustellen, aber kaum der Rede wert – Parallelwege durch Grünanlagen sind vorhanden. Radler haben hier übrigens grundsätzlich freie Fahrt und brauchen sich um die „Einfahrt-Verboten-Schilder“ nicht zu kümmern.

Die MOPO hat die Veloroute 11 auf ihre Fahrbarkeit getestet: Hier ein kleiner Ausblick am Hafen.
Die MOPO hat die Veloroute 11 auf ihre Fahrbarkeit getestet: Hier ein kleiner Ausblick am Hafen.

Alte Elbbrücke
Vorbei am Phönixcenter fahren wir auf gut ausgebauten und ausgeschilderten Wegen über die Hannoversche Straße in Richtung Alte Elbbrücken. Hier sind die Velorouten-Planer besonders stolz auf die „Protected Bike Lane“, ein kostspieliges Projekt, das Autofahrer mit Hilfe eines Betonsockels von den Radlern trennt. Das gibt mehr Sicherheit, aber bislang ist die Strecke an der Hannoverschen Straße erst zum Teil fertig.  Auch an der Alten Elbbrücke, ein Highlight der Route, wird gebaut. Wir radeln über die Brücke des 17. Juni, die parallel verläuft und haben trotzdem einen Super-Blick über die Elbe.

Blick über die Elbe

Inselpark
Kornweide, Georg-Wilhelm-Straße, über mangelhafte Ausschilderung muss sich niemand beklagen. Schon bald soll die Veloroute 11 komplett über die ehemalige Reichsstraße verlaufen, noch wird gebaut. Heute, am Sonntag, sind einige Leute unterwegs, darunter Rennradfahrer genauso wie Familien mit Kindern. Keine Steigungen, die Wege gut zu befahren – ganz easy, Rückenwind sei dank, rollen wir in Wilhelmsburg ein und folgen dem großen Schild „Veloroute 11“ nach rechts in die Haulandstraße. Jetzt kommen wir in den Inselpark und testen den „Loop“.

Wie fährt es sich auf der Veloroute 11? Die MOPO hat es ausgetestet. Hier eine kleine Pause am Rathaus.
Wie fährt es sich auf der Veloroute 11? Die MOPO hat es ausgetestet. Hier eine kleine Pause am Rathaus.

Loop
Der Loop, zu deutsch Schleife, ist ein echter Gewinn für den Stadtteil – auf breiten, autofreien Wegen, teils auf ehemaligen Bahntrassen, kann man durch Wilhelmsburg radeln, ohne an Ampeln halten oder auf Autos Rücksicht nehmen zu müssen. Auf dem Kükenbrackweg radeln wir durch den Inselpark, legen am „Geysir“ eine Pause ein und radeln über die Mengestraße wieder aus dem Park hinaus. Am Bürgerhaus Wilhelmsburg teilt sich die Route – wir  nehmen die Variante, die nach rechts und später durch den Hafen und fahren auf dem Reinstorfweg und dem Gerd-Schwämmle-Weg, der dann zum Bauwiesenweg wird, weiter – und sind damit ein Stückchen auf dem Loop unterwegs. Wir verlassen die offizielle Route und fahren statt auf der Veringstraße parallel am Veringkanal direkt am Wasser entlang, reihen uns an der Fährstraße wieder auf die 11 ein und können Hamburg schon sehen

Auf dem Loop durch Wilhelmsburg

Durch den Hafen
Aber weil Wilhelmsburg eine Insel und Hafengebiet ist, müssen wir die Elbe über- und unterqueren. Aber auch das ist mit dem Rad gut zu schaffen. Von Reiherstiegviertel sind es nur noch knapp drei Kilometer zum Alten Elbtunnel! Auch hier kein Mangel an Hinweisschildern. Mitten durch das Hafengebiet – das ist vor allem sonntags zu empfehlen. Zwar gibt es fast überall Radwege, aber mit Menge von Lkws möchte man an Wochentagen doch lieber nicht unterwegs sein. Beste Aussichten auf Elphi und Hafen von der Klütjenfelder Brücke, mal kurz anhalten. Und dann weiter, über Argentinienbrücke und Hermann-Blohm-Straße durch den Alten Elbtunnel.

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City
Direkt An den Landungsbrücken wird es für es zumindest für ortsfremde Radfahrer ein bisschen unübersichtlich. Schilder zur Route Nummer 11 finden wir auf den ersten Blick nicht mehr, wir folgen einfach der Route 12 und fahren über die Dietmar-Koel-Straße (kein Radweg), die Schaarsteinbrücke und den Rödingsmarkt  in die City. Später finden wir heraus, dass ab Landungsbrücken die Routen 11 und 12 zusammenlaufen. Mit Pausen waren wir gut zwei Stunden unterwegs. Fazit: Spannende Strecke, eine Menge zu sehen, auch für Untrainierte gut zu schaffen. Für eine Wochenendtour bei viel Zeit und wenig Autoverkehr optimal – als Alternative für den Weg zur Arbeit eher nicht.
Streckenverlauf und aktuelle Infos: www.veloroute.hamburg.de

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