• Radtouren machen Spaß. Aber nur, wenn es hinterher nicht überall zwickt und zwackt.
  • Foto: imago/Hoch Zwei Stock/Angerer
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Ergonomie: Mit diesen Tipps lassen sich Schmerzen nach der Radtour vermeiden

Die erste Frühjahrs-Radtour: herrlich! Doch was tun, wenn hinterher der Rücken schmerzt, der Po fast taub ist oder man die Hände kaum noch bewegen kann? Das kennen wohl die meisten Radler, auch Pedelec-Fahrer, denn die unternehmen dank Motorunterstützung meist längere Touren. Aber es gibt ein paar Maßnahmen, die Freizeitradler vor Schmerzen bewahren. 

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Foto: MOPO

Der Fahrradsattel: Ein Problem, das sicher viele kennen: Auf längeren Touren wird irgendwann das Gesäß taub. Mit einem ergonomisch passenden Sattel kann man einfach Abhilfe schaffen. „Dabei hängt die Belastung für das Gesäß von der Sitzposition ab. Ein Rennradfahrer sitzt anders auf dem Rad als beispielsweise ein City-Fahrer“, weiß Detlef Detjen vom Verein Aktion Gesunder Rücken (AGR). „Man kann sagen: Je aufrechter man sitzt, desto stärker sitzt man auf den Sitzknochen. Je geneigter die Position, desto mehr verlagern sich die Schmerzen nach vorne Richtung Genitalbereich. Gefederte Sattelstützen und Federgabeln dämpfen Erschütterungen.

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Der richtige Griff: Sind die Handgelenke abgeknickt, kann das schmerzhaft werden. Foto: ergonbike/pd-f

Wichtig für die Bestimmung des passenden Sattels ist die Sattelbreite, die wiederum vom Sitzknochenabstand abhängt. „Wer groß ist, braucht dabei nicht automatisch auch XL. Anhand der Statur lässt sich die benötigte Sattelbreite nicht festmachen“, beschreibt Tim Weingarten vom Hersteller Ergon. Es gibt heute in vielen Fahrradgeschäften digitale Messgeräte, die helfen, einen passenden Sattel zu finden. Auch für Online-Shopper gibt es die Möglichkeit, Sattelbreite und -modell aufgrund der Körpermaße und des Fahrstils berechnen zu lassen.

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Der Lenker: Als Faustregel gilt, dass der Lenker etwa so breit sein sollte wie die Schultern, besser ist aber ein etwas breiterer Lenker. Unterarm und Hand sollten eine Linie bilden, das Handgelenk nicht abgeknickt sein. Die Arme sind leicht angewinkelt und der Oberkörper dabei leicht nach vorne gebeugt.

Die Fahrradgriffe: Eingeschlafene Hände sind häufig beklagte Probleme. Wenn die Sitzposition auf dem Rad grundlegend stimmt, können sie mit einem neuen Griff behoben werden. „Der Griff ist ein typisches Produkt zum Nachrüsten, weil manche eine optimale Griffposition oft erst mit der Zeit herausfinden“, so Weingarten. Durchmesser, Winkel und eine hohe Dämpfung sind mitentscheidend. Griffe mit Flügeln sorgen beispielsweise für eine bessere Druckverteilung der Innenhand und entlasten Handgelenke und Karpaltunnel.

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So nicht! Ist der Sattel zu niedrig, wird das Knie beim Pedalieren zu stark angewinkelt.

Foto:

Arne Bischoff

Barends, also kleine Hörnchen außen am Griff, ermöglichen es, die Griffposition zu variieren und so zusätzlich für Entlastung zu sorgen. „Das ist allerdings nur die Feineinstellung. Grundlage des richtigen Sitzens ist immer zunächst die Sitzlänge, also wie weit greife ich nach vorne“, erklärt Weingarten. „Die richtige Position entlastet Arme, Nacken und Schulterbereich.“

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Die Pedale: Wenn die Füße nicht richtig aufgestellt sind, können schnell Fehlbelastungen, vor allem der Kniegelenke, die Folge sein. „Das Pedal sollte direkt unter dem Bein stehen und die Füße mit dem ganzen Ballen auf dem Pedal“, rät Sebastian Marten. Der Sattel muss dabei in der richtigen Position sein und auch hoch genug. Einfach gesagt: „Wenn das Pedal am tiefsten Punkt ist, sollte das Knie noch leicht gebeugt sein. Die Sattelhöhe ist eines der wichtigsten Kriterien, um ein optimales Radfahren zu ermöglichen“, sagt Sebastian Marten vom Fahrradhersteller MTB Cycletech.

Außer, dass ein möglichst niedriger Gang zur Schonung der Knie gewählt werden sollte, ist beim Treten wichtig, darauf zu achten, dass die Knie möglichst gerade und nicht stark nach außen oder innen gehen. „Mit diesen einfachen Tricks verbessert man das Radfahren auf Anhieb ungemein. Richtige Ergonomie ist also kein Hexenwerk.“