Lastenrad-Erfinder Christian Rusche auf einem der XXL-Cargo-Bike der DB Schenker in der HafenCity.
  • Lastenrad-Erfinder Christian Rusche auf einem der XXL-Cargo-Bike der DB Schenker in der HafenCity.
  • Foto: Patrick Sun

Dieses XXL-Lastenrad kann 7,5 Tonner in der City ersetzen

Als Team arbeiten sie in Hamburg grün zusammen: der elektrische Lieferwagen eCanter und das XXL-Lastenrad des Logistikdienstleisters der Deutschen Bahn„DB Schenker“. Der eine lädt die Waren ein, übergibt sie, und der andere liefert sie dann radelnd aus. Der DB-Konzern erhofft sich so mehr Flexibilität und Zeitgewinn in der Zustellung.

500 Kilogramm Fracht kann das elektrische XXL-Cargo-Bike maximal transportieren und dabei Geschwindigkeiten von bis zu 25 Kilometer pro Stunde erreichen. Der Akku reicht allerdings nur für eine Strecke von etwa 70 Kilometern, dann muss das Lastenrad wieder zurück in die Station nach Altona.

XXL-Lastenräder liefern Pakete für DB Schenker aus

„Derzeit arbeitet die DB Schenker an komplett CO₂-neutralen Lieferketten“, erklärt Geschäftsstellenleiter Gerd Ludt am Mittwoch bei der Vorstellung in der HafenCity. Und die sollen folgendermaßen aussehen: Im Warenlager in Wilhelmsburg wird die Fracht zunächst in den elektrisch betriebenen Lieferwagen eCanter eingeladen. Der schafft täglich bis zu 4,8 Tonnen Fracht.

Das Lastenrad der DB liefert die Fracht aus, die der elektrisch betriebene Lieferwagen aus Wilhelmsburg abholt.
Das Lastenrad der DB liefert die Fracht aus, die der elektrisch betriebene Lieferwagen aus Wilhelmsburg abholt.

Der Lkw fährt damit anschließend zum Umschlagplatz nach Altona, wo die derzeit zwei Lastenräder bereits warten. „Die fahren dann morgens mit den Paketen des eCanter aus Wilhelmsburg los, liefern sie in der City aus und kommen abends zum Aufladen der Batterie wieder in die Station zurück“, so Ludt. „Zusammen mit dem eCanter ersetzen die XXL-Räder zwei ganze 7,5 Lkw mit Dieselmotor.“

Lieferwagen und Lastenräder ersetzen zwei Diesel-Lkw

Unterwegs sind die riesigen Lastenräder allerdings nur im innerstädtischen Bereich, hauptsächlich zwischen St. Pauli und der HafenCity. Aufgrund ihrer Breite von 1,04 Metern passen sie gerade noch so zwischen den Straßenpollern hindurch und können daher auch alle ausgeschilderten Fahrradwege nutzen. Das spare angesichts der oft verstopften Straßen Zeit. Beliefert werden laut Ludt vor allem der Einzelhandel, Büros, Handwerksbetriebe und Privatpersonen.

Geschäftsstellenleiter der DB Schenker, Gerd Ludt, sieht in den XXL-Lastenrädern großes Potential.
Der Geschäftsstellenleiter der DB Schenker, Gerd Ludt, sieht in den XXL-Lastenrädern großes Potential.

Aber nicht nur die Auslieferungskette, sondern auch das Warenlager in Wilhelmsburg soll bald grün werden, wenn es nach dem Geschäftsstellenleiter geht. „Seit September 2020 wird das Lager umgebaut und perspektivisch in zwei bis drei Jahren fertig werden“, sagt er. Erreicht werden soll das vor allem durch Geothermie, also die Nutzung von Solarenergie und Erdwärme anstatt fossiler Brennstoffe.

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Ab jetzt heißt es also „Bahn frei!“ für die zwei riesigen Lastenräder in der Hamburger City. Derzeit sind laut DB Schenker erstmal keine weiteren Anschaffungen geplant. Auf lange Sicht könnten sie aber durchaus eines Tages die Diesel-Lkw größtenteils aus der Innenstadt verdrängen.

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