• Hach, wie schön: Der Hamburger Hafen zeigt sich im Morgennebel von seiner besten Seite.
  • Foto: Quandt

Moin aus Hamburg: Performance-Überfall – Tanzen wie im Rausch

Die MOPO-Redaktion sagt Moin

Es ist der Platz in der Zeitung, in der die Redakteurinnen und Redakteure der „Hamburger Morgenpost“ seit vielen Jahren die Leserinnen und Leser begrüßen.

Mal geht’s um den HVV, mal um den HSV, manchmal auch ums Wetter oder um Promis, die sich an Alster und Elbe tummeln. Meistens aber darum, was wir Kollegen in unserem Alltag in Hamburg erleben und beobachten.

Die Moins der vergangenen Tage finden Sie ab sofort auch hier auf MOPO.de:

Performance-Überfall: Tanzen wie im Rausch

Der Hof auf dem Kampnagel-Gelände ist unser Place-to-be: Er bietet Platz für Kinder zum Spielen, mit dem „Peacetanbul“ eine Top-Bewirtung und mit der gleichnamigen Kulturfabrik nette Überraschungen – wie das „Live Art Festival“. Wir mussten unseren chilligen Platz für Jose Vidal räumen. Der wollte mit einer Live-Choreografie die Massen zum Mitmachen bewegen. Die erste Runde schaute ich skeptisch zu. In der zweiten packte es mich dann. Arme kreisen, laut atmen, in Flieger-Pose über den Platz rennen: Glückseligkeit mit Abstand, ein Tanz wie im Rausch. Danke, Kampnagel!

Michael Reis

Die Kunst des Rasens

100 Kunstrasenplätze gibt’s jetzt in Hamburg. Ich habe mich richtig gefreut, als ich das las. Warum? Na ja, als ich klein war, da gab’s vor allem: Grand. Viel Grand. Der war nicht immer zuträglich – nicht fürs Spiel und nicht für die Knie. Kunstrasenplätze waren damals ebenso rar wie besonders. In Niendorf gab’s einen und bei St. Pauli. Gefühlte Sandkisten waren das. Kürzlich war zu lesen, dass Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan seinem Gelsenkirchener Heimatverein einen Kunstrasen finanziert, weil die Kinder ohne das neue Geläuf nicht im Verein bleiben wollten. Ich habe (fast) Verständnis. Und bin beruhigt, dass diese Gefahr in Hamburg kaum mehr droht.

Max Weinhold

Heimatgefühle

„Was ist Heimat?“ Dieser Frage widmet das Museum für Kunst und Gewerbe eine Ausstellung. Ziemlich interessant. Muss ich mir ansehen. Als ich davon las, bin ich sofort ins Grübeln gekommen. Was ist eigentlich deine Heimat, habe ich mich gefragt. Ist Heimat, wo man geboren ist? Das wäre in meinem Fall Radevormwald im Bergischen Land. Aufgewachsen bin ich in Remscheid. Aber obwohl da meine Mutter und mein Bruder leben, habe ich keine Heimatgefühle für diesen Ort. Meine Heimat, mein Zuhause, der Ort, für den mein Herz schlägt – das ist Hamburg. Was ist für Sie Heimat? Schreiben Sie mir!

Olaf Wunder

olaf.wunder@mopo.de

Bei diesem Anblick kriege ich Augenkrebs

Die Läden waren ja monatelang zu, und ganz gegen meine Gewohnheit habe auch ich in letzter Zeit eine ganze Menge bei Amazon, Ebay & Co. eingekauft – bin aber jetzt geheilt davon. Für meine Wohnung brauchte ich einen Teppich. Auf dem Foto im Online-Shop sah er toll aus. Heute hat eine Spedition ihn geliefert – und kann ihn auch gleich morgen wieder abholen. Erstens wurde er beim Transport beschädigt. Abgesehen davon ist er so hässlich, dass ich Augenkrebs kriege bei diesem Anblick. Ab jetzt gehe ich wieder ins Fachgeschäft und gucke mir erst an, was ich kaufe.

Olaf Wunder

Corona-Angst am Frühstückstisch

„Oh Gott! Jetzt hab ich’s doch“, schießt es mir am Frühstückstisch durch den Kopf. Seit Beginn der Pandemie habe ich mich penibel an alle Regeln gehalten, auch nach meiner ersten Impfung, dachte, ich wäre sicher. Und jetzt das: ein Biss ins Brötchen – nichts. Absolut geschmacksneutral. Während ich angsterfüllt „Corona Geschmacksverlust“ googele, trinke ich hektisch einen Schluck Kaffee, probiere ein Stück Käse: alles wie immer. Ich atme auf. Völlig beruhigt bin ich, als meine Frau sich missmutig meldet: „Zu diesem neuen Bäcker gehe ich nie wieder – diese Papp-Brötchen sind echt eine Frechheit!“

Till Stoppenhagen

Lieber Teufel, ich fordere Revanche

Haben Sie schon mal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören? Spaßvögel werden antworten: Ja, ganz oft …! Leider geht es mir auch so. Fast ein Jahr war ich weg davon, hätte geschworen: Das wird mir nie wieder passieren. Zwar hat sich schon mal abends beim Wein das Teufelchen gemeldet und mir versucht einzureden, wie schön jetzt eine Zigarette wäre … Aber ich konnte immer widerstehen – bis ich irgendwann zu Beginn der Pandemie schwach wurde und der Teufel das Spiel gewann. Jetzt fordere ich Revanche. Vor einer Woche habe ich aufgehört. Es wird das letzte Mal sein.

Olaf Wunder

Ein Samstag fast wie früher

Zum ersten Mal shoppen seit Beginn der Pandemie! Es ist dringend nötig – ich habe kaum noch Sommerklamotten! Also ab in die City. Als erstes muss ich feststellen, dass es ohne Luca-App nicht mehr geht. Überall soll ich mich damit registrieren. Na gut. Nachdem ich einigen Minuten Schlange gestanden habe, werde ich bei Görtz fündig: ein Paar weiße Sneaker. Schick. Und gekauft. Kurz darauf bei P&C: drei Hemden und zwei Hosen gefallen mir – also ab zur Kasse. Abends in neuer Garderobe der erste Restaurant-Besuch seit…, ja, seit wann eigentlich? Ein Festmahl ist es nicht. Einfach nur ’n Burger mit Pommes und Salat. Aber lecker. Vor allem: Es ist ein Sonnabend fast wie früher.

Olaf Wunder

Die kleine Meerjungfrau im Pelzmantel

Sie sitzt in der Hitze und kann nicht mehr. Kein Wunder, so im Pelzmantel. Vermutlich hat sie auch viel zu wenig getrunken. Kennt man ja, da geht der Kreislauf in die Knie. Und wer weiß, wann sie zuletzt was gegessen hat. Früher mochte ich solche wie sie nicht. Jetzt sag ich zu ihr: „Du kannst hier nicht bleiben.“ Ich helfe ihr hoch und setze sie auf einen Stein am Wasser. Wie die kleine Meerjungfrau, nur ohne Fischschwanz. Noch einen Klecks Marmelade zur Stärkung – und sie hebt ihren Hummel-Pummel-Po hoch und entschwebt. Machs gut, Sumselbrumsel! Pass auf dich auf.

Stephanie Lamprecht

Vom Pfannkuchen heimgesucht

Kürzlich wurde ich von einer Pfannkuchenfantasie heimgesucht. Keine Ahnung wieso, aber irgendwann im Laufe des Tages tauchte vor meinem inneren Auge ein Haufen Pfannkuchen auf. So gestapelt auf einem vorgewärmten Teller. Mit Zimt und Zucker. Habe ich 100 Jahre nicht gegessen. Und der Pfannkuchenberg ging mir nicht mehr aus dem Sinn. Ich redigierte hier Texte und zwischen den Zeilen stand überall Pfannkuchen, Pfannkuchen, Pfannkuchen. Um 18 Uhr gab ich endlich auf und machte mir welche. Lecker! Nun gut, für irgendwas muss das Homeoffice ja gut sein.

Ilka Kreutzträger

Mitdenken muss belohnt werden

Päckchen, Paket, Warensendung oder Großbrief? Nicht leicht, das Gebührensystem der Post zu durchschauen. Ich trage voller Zweifel eine von mir vorfrankierte Sendung an den Schalter. „Sie haben alles richtig gemacht“, freut sich der Postbeamte und wirft meinen mit einer 1,55-Euro-Marke beklebten Großbrief in den Ausgangskorb. Meint der das ernst? Offenbar, denn er drückt mir ein Päckchen Gummibärchen mit den Worten „Mitdenken muss belohnt werden“ in die Hand. Mitdenken belohnen – das sollte sich überall durchsetzen.

Anke Geffers

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