• Das Lastenrad gilt als einer der Fahrrad-Trends für 2020. (Symbolbild)
  • Foto: dpa/picture alliance / Wolfram Stein

Mobilität der Zukunft: Das sind die Fahrrad-Trends für 2020

Auf der Veloweek in Hamburg werden jedes Jahr die Trends der Fahrrad-Branche einem fahrradbegeisterten Publikum vorgestellt – im Jahr 2020 ausschließlich digital. Auch beim traditionell umweltfreundlichen Fahrrad setzt sich der Fokus in diesem Jahr noch stärker auf das Thema Nachhaltigkeit.

Besonders die Cargobikes, auch Lastenfahrräder genannt, sind einer der klaren Trendsetter auf der Veloweek. Nicht nur für private Nutzer, sondern auch für einige Firmen soll diese Art der Fortbewegung eine nachhaltige Alternative sein. 

„Cargobikes sollen eine Lücke im Verkehrsangebot schließen, unter anderem für Familien“, erklärt Arne Behrensen, Cargobike-Experte und Gründer des Blogs cargobike.jetzt der MOPO. „Auf einem klassischen Fahrrad kann man ein Kind auf dem Kindersitz mitnehmen und einen Anhänger. Aber wenn es um größere Einkäufe oder Gegenstände geht, bleibt man doch relativ begrenzt.“ Auch das Auto sieht er in dem Fall nicht als lohnenswerte Initiative.

Veloweek 2020 in Hamburg: Die Cargobikes im Fahrrad-Trend

„Man fährt Tonnen von Metall rum, findet oft keinen Parkplatz und hat eine Menge Nebenkosten zu tragen. Bei einem Cargobike fällt all das weg.“ Besonders die Lastenräder mit E-Antrieb trügen deutlich zu einer Erleichterung bei.

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„Die Antriebstechnik dahinter wird immer weiter verfeinert“, so Behrensen, „vor allem im niedrigen Geschwindigkeitsbereich. Denn mit einem Lastenrad sollen keine Geschwindigkeitsrekorde gebrochen werden, sondern man möchte komfortabel fahren.“

Trends auf der Veloweek 2020: Cargobikes für Firmen und im Privaten

Der Trend innerhalb der Cargobikes ginge zu besonders kurzen und schmalen Lastenrädern – Kompakt-Cargobikes – die auch gut mit der Bahn kombinierbar seien. Behrensen rät allen, die sich ein Lastenrad zulegen wollen, in einen Fachhandel dafür zu gehen. „Dort kann man sich inspirieren und beraten lassen und auch testen. Das ist das Wichtigste“, ist er sich sicher. „Sonst kann es sein, dass man enttäuscht wird, wenn das Rad nicht den Alltagsbedürfnissen entspricht.“

Tobias Stroessenreuther von „Urban Arrow“, einer der Cargobike-Aussteller auf der Velo, weist auch auf die Verbesserung der Verkehrssicherheit, der Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Großstädten hin. „Wenn wir es schaffen, einen guten Teil des Potentials des Fahrrads als Verkehrsmittel zu nutzen, dann haben wir eine realistische Aussicht auf nahezu staufreie Städte“, erklärt er auf Anfrage der MOPO. 

Veloweek 2020 in Hamburg: Nachhaltigkeit liegt im Trend

Der allgemeine Trend beim Fahrrad geht 2020 noch mehr in Richtung Nachhaltigkeit. Ist das Rad schon per se umweltfreundlich, so ist allerdings nicht jedes Rad gleich nachhaltig. Das betrifft vor allem die Herstellung, aber auch das Zubehör wie Kleidung, Fahrradrucksäcke, Fahrradtaschen oder Schlafsäcke für unterwegs.

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Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Hamburg rät dazu, beim nachhaltigen Fahrradkauf auf das Rahmenmaterial zu achten. „Statt auf Carbon oder Aluminium, die in der Herstellung sehr viel Energie benötigen, setzen nachhaltig produzierende Fahrradhersteller auf ressourcensparende Materialen wie Bambus“, schreibt der ADFC auf MOPO-Anfrage.

Veloweek 2020 in Hamburg: So kann man auf Nachhaltigkeit achten

Stahlräder seien Rädern aus Aluminium in Bezug auf die Energiebilanz und den Schaden fürs Klima vorzuziehen. „Grundsätzlich ist es auch sinnvoll, einen Hersteller zu wählen, der seine Räder in Deutschland oder in der näheren Umgebung zusammenbaut. Gerade Hamburg und Norddeutschland sind eine Hochburg der Fahrradbauer.“

Solange Großveranstaltungen nicht möglich sind, geht die Velo andere Wege, um die Fahrradtrends erlebbar zu machen. Die VELOHamburg Week vom 15.-21. Juni 2020 wird eine vielseitige, virtuelle Informations- und Dialogplattform.

velohamburg.com

mopo.de/veloweek

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