• Gegen den Immobilien-Konzern „Akelius“ regte sich in Hamburg bereits Protest (Symbolbild).
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Miet-Hai in Hamburg: Luxussanierungen, Mieterklagen: Das sagt Akelius zu den Vorwürfen

Hamburg/Berlin –

Wer schonmal auf Wohnungssuche war, wird den Namen Akelius sicherlich kennen. Seit Jahren schon gilt der Immobilien-Gigant in Hamburg als Miet-Hai. In einem Interview hat Gründer Roger Akelius (75) jetzt über Luxussanierungen und Mieterklagen, die sich rund um seinen Konzern sammeln, gesprochen. 

Rund 45.000 Wohnungen besitzt der schwedische Immobilienkonzern auf der ganzen Welt. Allein durch Mieteinnahmen macht Akelius jährlich 500 Millionen Euro. Doch immer wieder stand der Konzern in der Kritik. Unter anderem wegen Luxussanierungen, die die Immobilien- und Mietpreise in die Höhe schießen lassen. 

Die teuren Sanierungen sollen das Wohnungsangebot laut Akelius attraktiver machen. „Nach unserer Erfahrung ist die Nachfrage nach renovierten und damit teureren Wohnungen aber fünfmal höher als nach dem normalem Standard”, sagte der 75-Jähriger im Interview mit dem „Spiegel“.

Immobilien-Investor „Akelius” über Luxussanierungen und Mieterhöhungen 

Dass dadurch die vom Konzern verlangten Mieten steigen und das zur Folge hätte, dass auch insgesamt die Preise auf dem Immobilienmarkt in die Höhe schießen würden, wies Akelius zurück. Nicht das Unternehmen, sondern ein zu geringes Angebot an Wohnungen sei schuld. Dabei seien die Renovierungen kein Mittel, um die Mietpreisbremse zu umgehen.

„Wir verdienen mit den teuren Wohnungen nicht mehr – weil die Renovierungen so viel kosten”, sagte Akelius dem „Spiegel“. Doch würden die Renovierungen nur ungefähr halb so viel wie ein Hausbau kosten, weshalb es sich nicht lohne, in Neubauten zu investieren.

Vorwürfe von Akelius-Mietern: Teure Mieterhöhungen und verschleppte Reparaturen

Fakt ist: Akelius-Mieter haben kein gutes Bild vom schwedischen Immobilienkonzern. Sie beklagen unbegründete Mieterhöhungen, falsche Nebenkostenabrechnungen, verschleppte Reparaturen, Kommunikationsverweigerung und unangekündigte Baumaßnahmen.

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Akelius hält diese unzufriedenen Mieter für „eine kleine und sehr laute Minderheit”. „Unbegründete Mieterhöhungen oder unangekündigte Baumaßnahmen gibt es nicht. Jede Firma macht Fehler”, erklärte er gegenüber dem „Spiegel“.

Dass sich in Berlin inzwischen ein Mieterbündnis gegen den Konzern gebildet hat, beunruhigt ihn nicht. „Ich verstehe nicht, wieso das uns stärker treffen sollte als andere Vermieter in Berlin”, so Akelius.

Akelius über Immobilienmarkt und Mietdeckel: „Für uns sind regulierte Mieten gut”

Auch dass es in Berlin eine Initiative gibt, die versucht, große Vermieter zu enteignen, könne er „kaum glauben”. Ähnlich steht der 75-Jährige zum Mietdeckel in Berlin: „Allein Akelius musste deshalb in Berlin 100 Leute entlassen. Für uns sind regulierte Mieten übrigens gut: Im stark reglementierten Schweden verdienen wir mehr als in London oder New York. Denn Immobilien mit regulierten Mieten können wir unter Marktwert kaufen. Aber für die Bürger ist das eine Katastrophe”, so der Immobilien-Investor.

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Darüber hinaus sei der Preisanstieg in der Hauptstadt das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Akelius wolle sein bisheriges Geschäftsmodell inklusive seiner Luxussanierungen nicht ändern. „Wir sind besser darin, uns um bestehende Immobilien zu kümmern. Bauen ist viel schwieriger als Vermieten.”

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