Während der Corona-Pandemie finden Gottesdienste unter den Hygienebestimmungen statt. (Symbolbild)
  • Während der Corona-Pandemie finden Gottesdienste unter den Hygienebestimmungen statt. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/Markus Scholz

Im harten Corona-Lockdown: Macht endlich auch die Kirchen dicht!

Kommentar –

Im Landkreis Lippe in Nordrhein-Westfalen haben sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher eines Gottesdienstes in einer Freikirche mit Corona infiziert. Laut dem „Westfalen Blatt“ mehr als ein Drittel der Teilnehmer. Trotzdem dürfen Kirchen auch im harten Lockdown ab Mittwoch weiterhin offen bleiben. Wann ist endlich Schluss mit dieser Sonderbehandlung?

Zusammenkünfte in Kirchen sowie Treffen anderer Glaubensgemeinschaften sollen nur noch erlaubt sein, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Teilnehmern sichergestellt werden kann. Es soll eine Maskenpflicht auch am Platz gelten, Singen soll verboten werden.

Trotz harter Lockdown: Kirchen dürfen weiter offen bleiben

Warum schließt man die Kirchen nicht einfach ganz? Das begründete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits vor dem Lockdown-Light im November damit, dass Religions- und Versammlungsfreiheit besonders sensible und wichtige Grundrechte sein. Sicher, aber steht die körperliche Unversehrtheit nicht noch darüber?

In den Kirchen gab es über das Jahr verteilt bereits einige bekannte Superspreader-Events, zum Beispiel in Frankfurt, Stralsund – und jetzt eben im Kreis Lippe. Zusätzlich sind die christlichen Gotteshäuser niemals so gut besucht wie an Weihnachten, wenn jene U-Boot-Christen mal wieder in der Kirche auftauchen, die man sonst das ganze Jahr über nicht sieht. Das ist in keiner Weise mit den anhaltend hohen Corona-Neuinfektionen vereinbar.

Corona und die Kirchen: Mehrere Superspreader-Events über das Jahr

Und ja: Es werden Hygiene-Vorschriften wahrscheinlich bei den allermeisten eingehalten und die Gläubigen werden sich vorbildlich verhalten. Fair ist es trotzdem nicht. Das Gleiche könnte man bei den Theatern und Kinos sagen – und die sind bereits seit November dicht. Es wäre vielmehr ein Akt praktizierter Nächstenliebe, würden die Gotteshäuser aus Solidarität mit sämtlichen anderen gesellschaftlichen Einrichtungen die Pforten schließen. Und versuchen, auf mehr digitale Lösungen umzusteigen.

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