Im Intensiv- und Überwachungsbereich im Klinikum Südstadt wird eine Patientin von Krankenschwester Steffi medizinisch versorgt.
  • Die Lage auf den Intensivstationen ist angespannt.
  • Foto: dpa

Führungslos in der Krise – Ein Land wie Kevin: Allein zu Haus

Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland verschärft sich zusehends. Corona ist mit Wucht zurück. MOPO-Chefredakteur Maik Koltermann über absehbare Probleme, miserable Vorbereitung und abgetauchte Führungskräfte.

Dänemark führt nach dem „Freedom Day“ wieder Corona-Maßnahmen ein. Niederländische Kliniken drohen in die Knie zu gehen, unter der Last der Corona-Neueinweisungen. Und bei uns hat sich die Inzidenzkurve seit Tagen entkrümmt und erinnert jetzt optisch eher an einen Raketenstart. Die Charité in Berlin sagt alle planbaren Operationen ab – zu viel zu tun mit ungeimpften Infizierten.

Kurz gesagt: Es wird rapide dunkler um uns, jeden Tag ein bisschen mehr. Und das liegt nicht am Sonnenstand. Nichts von dem, was jetzt passiert, kommt so richtig unerwartet. Viele ernst zu nehmende Stimmen hatten so einen Verlauf prognostiziert. Vorbereitet auf Bundesebene hat man: nix. Stattdessen ängstlich herumdilettiert mit widersprüchlichen Aussagen zu Booster-Impfungen, 2G, Notstandsregelungen.

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Und weit und breit ist niemand, der mal Mut zuspricht und Wege aufzeigt. Merkel will nicht mehr. Scholz will noch nicht. Spahn? Tja. Ich frag mich: Kann man sich das aussuchen, als Kanzlerin, Vizekanzler, Minister? Die Spitzenpolitik ist nach Omnipräsenz im Wahlkampf im Bunker verschwunden, obwohl sie gerade jetzt sichtbar wichtig wäre, für Moral und Orientierung. Das ist unwürdig.

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