So könnte der Grasbrook später aussehen.
  • So könnte der Grasbrook später aussehen.
  • Foto: Herzog & de Meuron + Vogt Landschaftsarchitekten

Mega-Stadtteil Grasbrook: Neue Elbbrücke, Lärm, U4 – die Pläne und Probleme

Grasbrook –

Es wird noch ein bisschen dauern, bis Hamburgs neuer Vorzeigestadtteil stehen wird – doch die Planungen für den Grasbrook nehmen immer mehr Gestalt an. Gänzlich problemfrei verlaufen sie aber nicht, vor allem die Lärmbelastung haben die Planer bislang unterschätzt. Auch bei der U4-Anbindung gibt es noch Fragezeichen. 

Der Grasbrook solle ein Stadtteil werden, „der Lust auf Leben macht“, verkündete Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) am Montagabend bei der Online-Präsentation der neuesten Pläne für das Mega-Projekt. Zwischen der HafenCity und der Veddel soll in den kommenden Jahren ein gänzlich neuer Stadtteil entstehen, 6000 Menschen sollen dann dort leben, 16.000 Menschen arbeiten.

Grasbrook: Hamburgs neuer Stadtteil, das sind die Pläne

Seit April werkeln die Gewinner der Ausschreibung, die Elbphilharmonie-Architekten „Herzog & de Meuron“ sowie „Vogt Landschaftsarchitekten“, an der Konkretisierung des Stadtteils. Kern der Ideen sind unter anderem eine direkte Verbindung zur Veddel per Brücke, ein großer Park im Herzen des Grasbrooks, eine lange Uferpromenade sowie ein markantes Dach als mögliches Zentrum. Der Grasbrook soll in drei verschiedene Quartiere aufgeteilt werden. Das Moldauhafenquartier dient vor allem für Wohnraum, das Freihafenelbquartier soll mit Wohnungen und Gewerbe durchmischt werden und das Hafentorquartier ist rein für Gewerbe vorgesehen. Angestrebter Baubeginn ist 2023 – die ersten Bewohner könnten dann frühestens ab den 2025er Jahren in die Drittelmix-Wohnungen einziehen. Der endgültige Plan soll Mitte kommenden Jahres stehen.

Unter solch einem Dach soll im geplanten Stadtteil Grasbrook später ordentlich was los sein.

Unter solch einem Dach soll im geplanten Stadtteil Grasbrook später ordentlich was los sein.

Foto:

Herzog & de Meuron + Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook: Lärm stellt Planer vor Herausforderung

Doch, auch wenn Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing davon spricht, dass der „Entwurf bislang sehr stabil geblieben“ sei und kaum Probleme aufträten, haben die Planer den Lärm, vor allem durch den steten Verkehr auf den Elbbrücken, unterschätzt. „Uns war nicht bewusst, wie stark sich der Lärm darstellen würde“, sagte die Projektleiterin Yasmin Kherad am Montagabend. Wie die direkt am Elbufer gelegenen sieben bis zehnstöckigen Hochhäuser und deren späteren Bewohner vor den Lärmemissionen geschützt werden sollen, ist bislang noch nicht geklärt.

Ein großer Park soll zur Lebensqualität beitragen.

Ein großer Park soll zur Lebensqualität beitragen. Hier ein erster Entwurf.

Foto:

Herzog & de Meuron + Vogt Landschaftsarchitekten

Hamburg: So soll die U4 verlängert werden

Ungeklärt ist ebenfalls, wann die U4 den Grasbrook anbinden wird, die perspektivisch dann sogar bis nach Wilhelmsburg reichen soll. Bislang ist nur klar, dass irgendwann die unter- oder überirdische U-Bahnlinien-Erweiterung kommen wird. Eine konkrete Zeitangabe für den Ausbau wolle man derzeit aber aufgrund der nötigen Mitfinanzierung des Bundes und dem Projekt U5 nicht geben, so Stadtentwicklungssenatorin Stapelfeldt. Ohne die fertiggestellte U4 zur Anbindung des neuen Stadtteils dürfte aber die geplante deutliche Reduzierung des Autoverkehrs kaum zu realisieren sein. Dabei soll der Grasbrook als Vorbild-Stadtteil Co2-neutral werden.

Bekommt Hamburg eine neue Elbbrücke?

Ein weiteres Großprojekt könnte zudem eine neue Elbbrücke sein – nur für Fußgänger und Radfahrer. „Man ist versucht zu sagen: sie soll kommen! Aber es ist sehr komplex“, so Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH, Andreas Kleinau. Genaueres, ob eine neue Elbbrücke kommen wird oder nicht, werde man jedoch erst Anfang Mitte des kommenden Jahres formulieren können.

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Stadtenwicklungssenatorin Stapelfeldt versprach den Bürgern „Transparenz und Beteiligungsmöglichkeiten über die ganze Zeitstrecke” der Planung hinweg und forderte zur aktiven Mitarbeit auf. 

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