Adolf-Jäger-Kampfbahn
  • Eine Altona 93-Eckflagge im Stadion Adolf-Jäger-Kampfbahn.
  • Foto: picture alliance / Christophe Gateau/dpa

Mega-Projekt am Diebsteich: So viele Zuschauer passen ins neue Altona-Stadion

Die Planungen für das neue Fußball-Stadion von Altona 93 am Diebsteich kommen seit Jahren nur schleppend voran. Doch die Zeit drängt, da der Verein die Adolf-Jäger-Kampfbahn spätestens 2026 aufgeben muss. Der Club und die federführenden Behörden aber sind optimistisch, eine Punktlandung hinzubekommen, und präsentieren neue Planungsdetails.

„Da ist jetzt Zug drin“, freut sich der Vizepräsident von Altona 93, Ragnar Törber, über den Fortgang der Planungen für die neue Heimat des Traditionsvereins. Seit der Club zusammen mit Vertretern des Senats vor gut einem Jahr einen Rahmenplan für die Neubebauung des Thyssen-Krupp-Geländes am zukünftigen Fernbahnhof Diebsteich vorstellte, habe es nicht nur zahlreiche Gespräche, sondern auch eine städtische Machbarkeitsstudie gegeben. Die taxiert den Flächenbedarf der Arena auf knapp 20.000 Quadratmeter.

Klar ist inzwischen auch, dass die neue Sportarena 4909 Zuschauer:innen Platz bieten soll und der Traditionsverein sich mit 9,65 Millionen Euro an dem Neubau beteiligt, dessen „Hauptnutzer“ er sein wird. Auch Gastronomie und ein Vereinsmuseum sollen in den Stadionneubau integriert werden. Weitere Details aber sind noch offen. Deshalb mahnt Vereins-Vize Törber zur Eile: „Die Nutzungsverträge zwischen uns und der Stadt müssen Anfang 2022 in trockenen Tüchern sein, sonst haben wir es verpatzt.“

Adolf-Jäger-Kampfbahn für über elf Millionen Euro verkauft

Tempo tut not. Bereits 2007 verkaufte der 1893 gegründete Verein die traditionsreiche Adolf-Jäger-Kampfbahn für über elf Millionen Euro an zwei Investoren, die auf dem Stadiongelände 320 Mietwohnungen, 30 Prozent davon öffentlich gefördert, bauen wollen. Im Kaufvertrag verpflichtete sich Altona 93, das Areal bis Ende 2026 zu übergeben.

2015 präsentierte die damalige Altonaer Bezirksamtsleiterin Liane Melzer (SPD) dann die Pläne für eine Stadionverlagerung von der Griegstraße an den Diebsteich und stellte einen Umzug im Sommer 2016 in Aussicht. Doch Jahre vergingen und nichts geschah.

Nach Planung für Fernbahnhof Diebsteich: Stadionprojekt 2018 wieder aufgenommen

Erst im Rahmen der Planung für den Fernbahnhof Diebsteich wurden die Stadionplanungen 2018 wieder aufgenommen. Das „Regionalstadion des Westens“, so der Arbeitstitel, soll dabei in einen Sportpark eingebettet werden, wo auch Beachvolleyball, Tennis und Streetball gespielt werden können. Auf dem Gelände, das heute noch von Thyssen-Krupp und anderen Unternehmen genutzt wird, soll daneben noch eine Konzerthalle und eine fünf- bis sechsgeschossige Randbebauung mit Wohnungen und Büros entstehen.

Doch damit diese Pläne Realität werden, müssen die Altonaer Vereinsmitglieder erst mal auf einer Jahreshauptversammlung für den Umzug von der Griegstraße an die Waidmannstraße mit Drei-Viertel-Mehrheit grünes Licht geben.

Lunapark Hamburg Skizze
Die Skizze zeigt den Blick auf den geplanten Lunapark mit den neugeordneten Sportanlagen.

Der Bezirk Altona hatte schon mehrfach angemahnt, dass dieser Beschluss noch immer nicht vorliege, Vereinsvize Törber aber kontert: „Wir können über eine Stadionverlagerung erst abstimmen, wenn wir genau wissen, was wir am neuen Standort vorfinden.“

Nun soll die notwendige Mitgliederversammlung Anfang kommenden Jahres über die Bühne gehen und könnte gleichzeitig das Aus für das ambitionierte Stadionprojekt bedeuten. Törber stellt klar: „Wenn ein Drittel unserer Mitglieder sagt: ,Keine gute Idee‘, findet das Ganze ohne uns statt.“


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Sollte der Verein aber grünes Licht geben, ist die Stadt am Zug. Das Bebauungsplanverfahren sei intern bereits eingeleitet worden und Anfang 2022, so teilte die Stadtentwicklungsbehörde der MOPO auf Anfrage mit, sollen in einer öffentlichen Diskussion die Anwohner:innen über den aktuellen Planungsstand informiert werden. Baubeginn für das neue Stadion soll spätestens Mitte 2024 sein, seine Einweihung ist für 2026 geplant.

Ein ehrgeiziger Zeitplan. Denn derzeit liegen noch nicht einmal Planungsskizzen für die neue Fußballarena vor, und es gibt auch noch kein Gutachten darüber, wie der zusätzlich entstehende Verkehr geregelt werden kann. Und für eins der auf dem Gelände heute noch ansässigen Unternehmen, den Natursteinverarbeiter Bruns & Möllendorff, ist noch nicht einmal ein neuer Firmenstandort in Aussicht.

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„Weil alles, was auf dem Gelände entsteht, aufeinander abgestimmt werden muss, dauert uns die Planungsphase viel zu lange“, sagt Ragnar Törber, lobt aber gleichzeitig „die intensive Kommunikation mit der Stadt“. Sollte der für Anfang bis Mitte 2024 geplante Baubeginn sich erneut verschieben, sei auch der Umzug 2026 „definitiv vom Tisch“.

Eine Vertragsklausel mit den Investoren, die die Adolf-Jäger-Kampfbahn bebauen wollen, regele, „dass wir hinten heraus im Notfall noch etwas bleiben können“, verrät Törber, ohne darauf einzugehen, ob dann Strafzahlungen an die beiden Bauunternehmen fällig werden. „Denn eine weitere Verschiebung will wirklich niemand“, betont der Vereinsvize.

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