1. Mai in Hamburg: Mit massivem Kräfteaufgebot räumte die Polizei Gruppen von Protestierenden im Schanzenviertel von der Straße.
  • 1. Mai in Hamburg: Mit massivem Kräfteaufgebot räumte die Polizei Gruppen von Protestierenden im Schanzenviertel von der Straße.
  • Foto: imago images/Blaulicht News

Massiver Polizeieinsatz am 1. Mai: Den Querdenkern wäre das nicht passiert

Kommentar –

Immer feste druff: Hamburgs Polizei ist ihrer harten Haltung gegen linke Proteste am Samstag treu geblieben. Viele Schanzenbewohner fühlten sich an G20 erinnert: 1500 Beamte, überall Polizeiwagen, Hubschrauber-Geknatter, Wasserwerfer – eine beeindruckende Truppenstärke angesichts der eher überschaubaren Protestlage.

Und man fragt sich: Wieso lassen Gerichte und Polizei in diesem Land monatelang Querdenker, die auf Masken und Abstände pfeifen, bei Demos gewähren – aber in Hamburg werden linke Proteste im Villenviertel verboten, weil mehr Personen als angemeldet kommen könnten, und die Schanze mit Wasserwerfern geräumt, sobald nicht jeder 1,5 Meter Abstand hält?

Linke Proteste in Hamburg aufgelöst: Das wäre den Querdenkern nicht passiert 

Nur mal zum Vergleich: Im November, die Inzidenz in Hamburg lag zwischen 130 und 165, gab es zwei Querdenker-Demos in der Innenstadt, mit 650 und 1000 Teilnehmern. Es kam zu zig Corona-Verstößen – die Polizei aber rief nur freundlich zur Einhaltung der Regeln auf. Dass die zugelassene Personenzahl massiv überschritten wurde? Egal. Die Polizei räumte den Querdenkern stattdessen den Weg mit Pfefferspray frei.

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Im Dezember, das ganze Land mittlerweile im Lockdown, die Intensivstationen voll, wurde eine Querdenker-Demo in der Hamburger Innenstadt mit Hunderten Teilnehmern genehmigt. Die Polizei sah sich nicht imstande, die Versammlung zu verbieten – und kündigte vorab auch noch an, „mit Augenmaß“ auf Corona-Verstöße zu reagieren und nur im Notfall den Protest aufzulösen.

Man muss kein Freund der teils linksradikalen Gruppen sein, die am 1. Mai in Hamburg protestieren wollten. Aber offensichtlich ist, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Was sagen eigentlich die grüne Justizsenatorin und der SPD-Innensenator dazu?

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