• Mehrere Personen prügeln in der Rosenhofstraße aufeinander ein. (Videoscreen)
  • Foto: Privat / hfr

Video zeigt Massenschlägerei in der Schanze – Anwohner verunsichert

Die Zeit des Lockdowns haben viele Bewohner in der Schanze sehr genossen. Lange Zeit war es dort ruhig – doch mit den zunehmenden Lockerungen ist das Party-Volk zurückgekehrt. Besonders betroffen: die Rosenhofstraße. Am vergangenen Wochenende sind die Anwohner durch eine Massenschlägerei aus dem Schlaf gerissen worden.

Das Gegröle der Betrunkenen dröhnt bis in die Schlafzimmer, immer wieder ist das Klirren von zerbrechenden Bierflaschen zu hören – das ist das übliche nächtliche Wochenendprogramm der Anwohner in der Rosenhofstraße im Schanzenviertel. Die Straße befindet sich parallel zum Schulterblatt, wo Alkoholdurstige ihr Verlangen bis 23 Uhr stillen können. Danach wird in umliegenden Wohnstraßen einfach weitergefeiert. Der erhöhte Alkoholkonsum scheint außerdem die Aggressivität und Gewaltbereitschaft der Partygänger zu steigern.

Massenschlägerei in der Schanze raubt Anwohnern den Schlaf

In der Nacht zum vergangenen Samstag, gegen 1 Uhr, eskalierte die Situation dort besonders heftig, wie das Video eines Anwohners zeigt. Männer schlagen sich auf der Straße, einige rennen weg, werden von einem wütenden Mob verfolgt.

„Das war wie eine Hooligan-Schlägerei“, so ein Anwohner zur MOPO. Laut Polizei sollen rund 30 Menschen vier Personen durch das Viertel gejagt und in der Rosenhofstraße gestellt haben. Als die ersten Peterwagen anrückten, flüchteten die Beteiligten in alle Himmelsrichtungen.

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Möglicherweise kamen die Personen zuvor aus dem Stadtpark. Den hatte die Polizei zuvor geräumt, Jugendliche und Partyvolk vertrieben. Einige davon tauchten laut Polizei später auf St. Pauli und in der Schanze wieder auf. An der Feldstraße soll aus einem Pulk heraus mit Flaschen auf Polizisten geworfen worden sein. Die Beamten waren auf dem Heiligengeistfeld mit mehreren Zügen in Bereitschaft. Danach zog die Meute in die Schanze, wo es offenbar zu den Streitigkeiten zwischen zwei Gruppen kam.

Anwohnern stinkt es gewaltig und sind kreativ geworden. Karina (72) und Peter (67 beteiligten sich an Plakat-Aktion
Anwohnern in der Rosenhofstraße stinkt es gewaltig und sind kreativ geworden. Diese Bewohner beteiligten sich an Plakat-Aktion.

Für die Anwohner der Straße ist die Situation mittlerweile unerträglich. Mit Plakaten machen sie auf ihre Situation aufmerksam, die zunehmende Gewalt verunsichert. „Sowas passiert hier häufiger. Direkt am Schulterblatt hat kürzlich eine Gang von sieben Männern versucht, in ein Haus einzudringen und mit einem Blumenkübel die Haustür eingeschlagen. Wie fühlen uns hier mittlerweile echt unsicher“, so der Anwohner, der auch das Video gemacht hat. Er beschreibt, dass aktuell ganz andere Gruppen in der Schanze sind als vorher, besonders nachts. „Die sind jung und aggressiv.“

Das Partyvolk vom Schulterblatt kommt nur zu gerne in die Rosenhofstrasse, um dort die Notdurft zu verrichten - das stinkt den Anwohnern gewaltig und sind kreativ geworden.
Das Partyvolk vom Schulterblatt kommt nur zu gerne in die Rosenhofstraße, um dort die Notdurft zu verrichten – das stinkt den Anwohnern gewaltig.

Und was macht die Polizei? „Klar ist, dass die Polizei in der Schanze präsent sein wird und wir unsere Kontrollen weiterhin fortsetzen und gegen festgestellte Verstöße konsequent vorgehen werden“, so ein Polizeisprecher zur MOPO.

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