Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.
  • Foto: (c) dpa

Maskenaffäre: Warum hatte eine Hamburger Firma einen kurzen Draht zu Spahn?

Bei den Geschäften mit Corona-Schutzmasken hat auch eine junge Hamburger Firma mitgemischt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ gab es womöglich dank guter Kontakte mehrere Empfehlungsschreiben und Aufträge aus dem Bundesgesundheitsministerium.

Die Hamburger Firma TLG Health GmbH soll Ende März 2020 ein Empfehlungsschreiben für ihre „hochwertigen und zertifizierten FFP2-Masken aus China“ vom Ministerium erhalten haben. Allerdings war die Firma wohl erst wenige Tage zuvor gegründet worden. Masken hatte sie zuvor noch nicht an den Bund verkauft. Der ungewöhnliche Brief könnte der TLG gegenüber etablierten Händlern einen Vorteil am Markt verschafft haben.

Hamburger Firma: Empfehlung aus dem Bundesministerium

Das Schreiben solle auch als Empfehlung bei anderen Finanzierern dienen, habe Ministeriumsmitarbeiter Ingo Behnel dem Magazin zufolge vermerkt. Ohne eine Ausschreibung hatte die Firma laut „Der Spiegel“ später vier Millionen FFP2-Masken für um die vier Euro an den Bund verkaufen können. Ende April habe es sogar noch ein zweites Empfehlungsschreiben für die Firma gegeben.

Masken-Deals durch gute Kontakte zu Spahn?

Das Magazin vermutet, die TLG Health GmbH habe all das mit den richtigen Kontakten geschafft. Unterlagen zu einem weiteren Maskendeal mit der Bundeswehr sollen dies nahelegen. Womöglich habe der Nachname eines der drei Gründer, Georg Schacht, geholfen. Dessen Vater, Otto Schacht, ist Vorstand beim Hamburger Logistikriesen „Kühne und Nagel“. Kurz nach den Verkäufen an den Bund spendete TLG öffentlich Masken an ein Hamburger Altenheim, auch die MOPO berichtete.

Firmengründer Schacht soll auch mit Gesundheitsminister Spahn mehrmals am Telefon Kontakt gehabt haben, zum Beispiel als es um ausstehende Zahlungen des Bundes an die TLG ging. Das Geld sei zehn Tage später eingetroffen. Gründer Schacht habe dem Magazin gesagt, die TLG genoss keineswegs eine Vorzugsbehandlung. Gesundheitsminister Spahn wollte sich dem „Spiegel“ zufolge nicht äußern. (mp)

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