Eine Familie mit selbstgenähten Masken.
  • Eine Familie mit selbstgenähten Masken.
  • Foto: picture alliance/dpa

Maske auf! : Warum wir jetzt alle Mundschutz tragen sollten

Mit Maske auf die Straße? Mit Mundschutz in den Supermarkt? Eine nutzlose Maßnahme für gesunde Menschen, heißt es noch immer von der Weltgesundheitsorganisation WHO, auch, um einen Ansturm auf die immer knapper werdenden medizinischen Masken zu verhindern. Doch die Stimmung dreht sich gerade. Immer mehr deutsche Corona-Experten sprechen sich für das massenhafte Maskentragen aus, Promis posieren mit selbstgebasteltem Mundschutz und im Netz sprießen die Nähanleitungen.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder und seine Ehefrau lassen sich mit selbstgenähtem Mundschutz beim Einkaufen fotografieren, Influencer und Promis zeigen sich unter dem Hashtag #Maskeauf bei Instagram mit stylishen Stoffen im Gesicht.

Corona: Warum wir jetzt alle Mundschutz tragen sollen

Neuer Inhalt (17)

Altkanzler Gerhard Schröder und Ehefrau Soyeon Schröder-Kim gehen mit von ihr selbst gebastelten Atemschutzmasken einkaufen

Foto:

picture alliance/dpa

Schneiderin Asli-Sevgi Kandemir aus dem Grindelviertel fertigt bunte Masken für 12 Euro an, die ihr aus den Händen gerissen werden. Der selbstgebastelte Mundschutz scheint auf dem Weg zum In-Accessoire in Zeiten der Pandemie.

Bunte Masken aus Hamburg

Asli-Sevgi Kandemir mit ihren bunten Masken. 

Foto:

Florian Quandt

Noch sind nur wenige Menschen mit Maske auf Hamburgs Straßen zu sehen. Vielen gilt eine Maske noch immer als peinliche Panikmache. Man erinnert sich an maskierte Asiaten, die von Deutschen auf Flughäfen stets belächelt wurden. Doch Virologen begrüßen den allmählich aufkommenden Mut zur Maske. Einerseits. Anderseits befürchten Hygiene-Experten eine gefährliche Sorglosigkeit durch das Maskentragen. 

Ein Mundschutz Marke Eigenbau ist keine Garantie, sich nicht mit Corona zu infizieren, trotzdem spricht sich auch Deutschlands derzeit prominentester Virologe Christian Drosten in seinem täglichen Corona Podcast im NDR inzwischen für allgemeines Tragen von Stoff vor Mund und Nase in der Öffentlichkeit aus: „Wenn ich niese, dann verteile ich kleinste Tröpfchen. Und wenn ich ein Stück Tuch vor dem Mund habe, das kann entweder so ein Zellulose-Tuch sein wie bei einer gekauften Maske, oder es kann auch natürlich ein Schal sein oder irgendetwas, diese großen Tröpfchen werden dann abgefangen. Da lässt sich nichts dran diskutieren. Und das ist natürlich gut.“

Wichtig bei den Do-it-youself-Masken: Der Stoff sollte eng anliegen und Nase und Mund vollständig bedecken. Ein Metalldraht als Nasenbügel muss sein, um die Maske an der Nase anzudrücken. Und: Ist die Maske durch die Atemluft durchfeuchtet, muss sie gewechselt werden, mit anschließendem Händewaschen.

Atem-Masken helfen gegen Ausbreitung von Corona

Auch der Virologe Alexander Kekule ermuntert die Deutschen im Interview mit MDR Aktuell, ihren Widerwillen gegen die Maskierung im öffentlichen Raum in Zeiten der Pandemie zu überwinden: „Neuere Daten aus Hongkong zeigen, dass das reine Tragen dieser Masken doch einen erheblichen Effekt hat, um die Krankheit unter Kontrolle zu bringen.“ Die Maßnahme werde spätestens in zwei bis drei Wochen sinnvoll, wenn die Ausgangsbeschränkungen langsam gelockert und das normale Leben allmählich hochgefahren werde. 

Bundesärztekammer fordert Mundschutz gegen Corona

Sogar der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, fordert die Be­völ­kerung nun zum Anfertigen und Tragen von Schutzmasken auf: „Mein Rat: Besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Masken garantierten zwar keinen Schutz vor Ansteckung, sie könnten jedoch das Risiko ein wenig verringern.“

Corona: Keine medizinischen Masken verwenden

Worin sich alle Mediziner einig sind: Keinesfalls sollte die Bevölkerung dem medizinischen Personal die immer knapper werdenden Profi-Masken streitig machen. Und: Wenn plötzlich alle Tücher vor dem Gesicht tragen, fliegen zwar weniger Tröpfchen, doch es droht eine neue Gefahr, wie Prof. Dr. Johannes Knobloch, Leiter der Krankenhaushygiene des UKE, warnt: „Im Zweifel werden dadurch wichtige Hygienemaßnahmen wie Händewäschen und das Abstandhalten zu anderen Menschen vernachlässigt.“

Kommentar: Wir sollten uns ein Beispiel an Asien nehmen

Also: Trauen wir uns, die ungewohnten Stoffe im Gesicht zu tragen – ohne die inzwischen leidlich zur Normalität gewordenen Routinen deshalb zu vernachlässigen.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp