Auf Bildschirmen wird auf den Streik des Sicherheitspersonals in der Fluggastkontrolle hingewiesen.
  • Am Dienstag streikt bundesweit das Flughafenpersonal. Das bedeutet für die Passagiere lange Wartezeiten.
  • Foto: picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Streik am Hamburger Airport: Mehr als die Hälfte der Flüge am Dienstag gestrichen

Ohne Passagierkontrollen keine Flüge: An mehreren deutschen Flughäfen haben Sicherheitskräfte die Arbeit niedergelegt – weitere Warnstreiks folgen am Dienstag. Im Rahmen des bundesweiten Tarifkonflikts streikt auch in Hamburg das Flughafenpersonal. Märzurlauber müssen jetzt stark bleiben: Mehr als die Hälfte der Abflüge am Dienstag wurde bereits am Montagabend gestrichen.

Mitten in den Hamburger Frühjahrsferien müssen sich Reisende am Dienstag auf Ausfälle und Verzögerungen am Helmut-Schmidt-Flughafen einstellen. Im bundesweiten Tarifkonflikt der Sicherheitskräfte ruft Verdi Beschäftigte in der Fluggastkontrolle und in der Personal- und Warenkontrolle zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Die Flughafengesellschaft rät Reisenden, sich vor der Anreise zum Flughafen über den Status ihres Fluges zu informieren.

Ein Großteil der Flüge am Dienstag wurde bereits abgesagt, teilte der Hamburger Airport am Montagabend mit. Mit Stand 18.15 Uhr seien 51 von 87 geplanten Abflügen gecancelt, hieß es in einer Mitteilung. 18 von 89 geplanten Landungen seien ebenfalls aus dem Plan genommen worden. Mit weiteren Streichungen sei zu rechnen.


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„Sind gezwungen, spürbaren Druck zu machen“

Für Hamburger Märzurlauber sind die Streiks natürlich eine Hiobsbotschaft. „Wir wissen, dass in Hamburg noch Ferien sind, und wir wünschen allen von Herzen einen schönen Urlaub. Leider sind wir aufgrund des Verhaltens der Arbeitgeber gezwungen, vor der kommenden Verhandlungsrunde am 16. und 17. März spürbaren Druck zu machen“, versucht Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper die Gemüter zu besänftigen. „Aus Solidarität mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Frankfurt und Stuttgart“ habe man beschlossen, sich deren Warnstreiks beim Sicherheitsdienstleister FraSec anzuschließen.

Die Warnstreiks sind Teil des Tarifkonflikts zwischen Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Die Gewerkschaft verhandelt mit dem Arbeitgeberverband über einen neuen Tarifvertrag für bundesweit rund 25.000 Sicherheitskräfte. Nach drei Verhandlungsrunden liegen immer noch keine Ergebnisse vor. Beide Seiten wollen sich nun am Mittwoch und Donnerstag zu weiteren Verhandlungen in Berlin treffen.

Verdi fordert mindestens einen Euro mehr Stundenlohn

Verdi fordert einen Vertrag für zwölf Monate und will die darin enthaltenen Stundenlöhne um mindestens einen Euro anheben. Gepäck- und Personalkontrolleure sollen in Gehaltsfragen gleichauf mit ihren Kollegen von der Passagierkontrolle sein. Außerdem setzt sich Verdi für die bundesweit einheitliche Bezahlung von Beschäftigten in der Flugzeugbewachung und der Bordkartenkontrolle ein.

Schon am Montag legten Sicherheitskräfte an den Flughäfen Düsseldorf, Berlin, Bremen, Hannover und Leipzig ihre Arbeit nieder. Ab Mittag waren zudem Beschäftigte in München zum Warnstreik aufgerufen. Fluggäste brauchen jetzt stählerne Nerven: Zusammen mit Hamburg sollen am Dienstag die Flughäfen Frankfurt, Stuttgart sowie Karlsruhe/Baden-Baden bestreikt werden.

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Der BDLS kritisierte die Warnstreiks als „völlig unangemessen und deplatziert“ und unterstellte der Gewerkschaft eine „utopische Haltung“. Verdi habe astronomische Gehaltserhöhungen von bis zu 40 Prozent gefordert und verweigere sich den Verhandlungen. BDLS-Verhandlungsführer Rainer Frieberthäuser führte aus: „So wie die immer wieder aufgegriffene Forderung von einem Euro für eine Lohngruppe nicht den immensen Forderungskatalog von Verdi widerspiegelt, können unsere Angebote nicht auf die letzten angebotenen vier bis sieben Prozent Erhöhung reduziert und abgetan werden.“ (dpa/mp)

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